
Der Sommergarten im Faselstall in Dreieichenhain läuft sechs Wochen lang – mit Verlängerung und großem Festprogramm zum 950. Jubiläum der Turmburg.
Was für eine Saison! Der Sommergarten im Faselstall in Dreieichenhain hat in diesem Jahr richtig Gas gegeben – und das Publikum dankt es dem Geschichts- und Heimatverein (GHV) mit vollem Einsatz. Sechs Wochen lang war der Garten am Faselstall parallel zu den Burgfestspielen geöffnet, und die Bilanz könnte kaum besser sein. „Das lief hervorragend“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Michael Hampel. Kein Wunder, denn hier trifft regionales Engagement auf echtes Gemeinschaftsgefühl – genau der Sound, der zu einer lebendigen Altstadt gehört!
Die erweiterte Spielzeit hatte auch einen besonderen Anlass: Die Schließung der Alten Burg sorgte dafür, dass den Burgfestspielen gastronomische Möglichkeiten fehlten. Burgfestspielchef Benjamin Halberstadt richtete deshalb einen „Hilferuf“ an den GHV – und der Verein zögerte nicht lang. Gemeinsam mit Gastronom Robin Winkel wurde sichergestellt, dass Festspielgäste auch außerhalb des Zelts essen und trinken konnten. Der GHV selbst betrieb seinen Weinstand, die Zusammenarbeit lief laut Hampel „reibungslos“.
Jetzt, nach den Burgfestspielen, übernimmt der Verein wieder komplett in Eigenregie. Am Wochenende vom 28. bis 30. August geht’s weiter – mit Backwaren vom Bäcker Klein, Fleischkäse vom Landlädchen in Götzenhain und natürlich Ebbelwoi vom Kelterverein. Mehr Heimat geht kaum!
Direkt im Anschluss steht das nächste Highlight auf dem Plan: Die Turmburg wird 950 Jahre alt! Vom 4. bis 6. September feiert Dreieichenhain dieses besondere Jubiläum mit einem prall gefüllten Programm – und der Eintritt ist an allen drei Tagen frei!
Über das gesamte Wochenende läuft außerdem der Theaterspaziergang „Rache, List und Tücke“. Für Essen und Trinken sorgen lokale Akteure: Der Verein Harder Faster Haaner betreibt einen Cocktailstand, der Kelterverein schenkt Ebbelwoi und Bier aus, die Hayner Wirtin bietet Speisen an, und Barista Andreas Hebeiss kommt mit Kaffee sowie eigens für das Jubiläum entwickelten Cocktails mit Burgbezug.
Der Sommergarten ist längst mehr als nur eine Spendenaktion für den Faselstall. Hampel erzählt von einem Anwohner aus der Burgstraße, der sich schon im ersten Jahr bei ihm bedankt habe – einfach weil es wieder einen Ort gebe, den man zu Fuß erreichen kann, um einen Schoppen zu trinken und Leute zu treffen. Genau solche Orte fehlen zunehmend: Viele Kneipen sind verschwunden, auch die Fahrgasse hat an Alltagsleben verloren. Ohne Gastronomie und Veranstaltungen drohe die historische Altstadt außerhalb der Saison zum „Freilichtmuseum“ zu werden – das will der GHV verhindern.
Hampels Wunsch ist klar: „Ich wünsche mir, dass vom Faselstall eines Tages wieder eine Sogwirkung für die Fahrgasse ausgeht.“ Dafür braucht es aber noch einiges: Nach dem Ende der Veranstaltungssaison sollen zunächst akute Schäden behoben werden – unter anderem gibt es Undichtigkeiten an Flachdächern. Langfristig braucht es einen architektonischen Gesamtplan und einen dauerhaften Pachtvertrag mit der Stadt. Neu an Bord für den Bereich Architektur ist Bora Türkay. Der GHV hat im Mai bereits eine Nutzungsüberlassung mit der Stadt vereinbart – ein wichtiger erster Schritt.
Der Sommergarten im Faselstall zeigt im Kleinen, wie groß der Bedarf an echten Begegnungsorten ist. Drei weitere Wochenenden in Eigenregie, ein großes Burgfest und ein Jubiläum, das seinesgleichen sucht – Dreieichenhain hat in diesem Sommer mächtig was zu bieten. Schau vorbei, genieß den Ebbelwoi und feier mit – denn genau so klingt der Sound einer lebendigen Gemeinschaft!






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