
Janet Echelmans Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ an der Konstablerwache sorgt in Frankfurt für hitzige Debatten.
Frankfurt diskutiert – und zwar laut! Über der Konstablerwache schwebt seit Kurzem die Netzskulptur „A Sky Full of Hope“ der amerikanischen Künstlerin Janet Echelman. Das farbige Netz hängt im Wortsinn über der Stadt – und im Internet ist längst ein echter Shitstorm darüber niedergegangen. Willkommen in der Weltstadt Frankfurt, wo Kunst nie langweilig wird!
Das Hauptargument der Kritiker ist so simpel wie emotional: Zwei Millionen Euro für ein Kunstnetz, während es in Frankfurter Schulen reinregnet. Das trifft einen Nerv – und das merkt man deutlich, wenn man durch die Kommentarspalten scrollt.
Die Stadt entgegnet: Die zwei Millionen stammen aus Restmitteln, die sonst schlicht verfallen wären. Und gemessen an einem städtischen Gesamtetat von sechs Milliarden Euro gehen sie eigentlich fast unter. Klingt logisch – aber wer schon wütend ist, lässt sich davon kaum beruhigen. Das kennen wir, oder?
Genau das ist der Punkt, den die Debatte gerade schmerzhaft deutlich macht: Wenn Kunst den geschützten Raum der Opernhäuser und Galerien verlässt und sich mitten auf einen Platz wie die Konstablerwache stellt, dann muss sie sich auch der ungefilterten Kritik stellen. Keine kuratierte Ausstellungseröffnung, kein Feuilleton-Applaus – sondern echter, unverblümter öffentlicher Diskurs.
Und das passiert hier gerade in voller Wucht. Die Skulptur ist zudem Teil des Programms, mit dem sich Frankfurt als „World Design Capital“ präsentiert – ein Titel, der laut FAZ schon für sich genommen eine Geschichte überzogener Ansprüche und vertaner Chancen erzählt. Das macht die Lage für die Verantwortlichen nicht einfacher.
Wer genau hinhört, merkt: Das bunte Netz über der Konstablerwache ist mehr als ein Kunstwerk. Es ist ein Wetterleuchten – ein Vorbote der viel größeren Diskussion, die noch kommen wird. Denn irgendwann werden neue Kostenschätzungen für die Neubauten von Schauspiel und Oper in Frankfurt bekannt. Und dann, so die Einschätzung, könnte der Ton noch rauer werden als jetzt.
Umso wichtiger ist es, jetzt schon klar zu machen: Warum braucht Frankfurt teure Kultur? Warum braucht eine globale Metropole, die den Anspruch auf Avantgarde noch nicht aufgegeben hat, genau solche Projekte – auch wenn sie anecken? Das sind die Fragen, die Oberbürgermeister und Kulturdezernentin bei der offiziellen Eröffnung am Dienstagabend beantworten müssen.
So oder so: „A Sky Full of Hope“ hat eines ganz sicher geschafft – Frankfurt redet darüber. Laut, kontrovers und leidenschaftlich. Und vielleicht ist genau das das Zeichen einer lebendigen Stadt, die ihre Kultur ernst nimmt – selbst wenn sie dabei streitet. Der Sound der Weltstadt klingt eben nicht immer harmonisch. Aber er klingt!
Was meint ihr dazu? Ist das Netz über der Konstablerwache für euch Kunst oder Geldverschwendung? Diskutiert mit – wir sind gespannt auf eure Meinung!
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:


Ab dem 12. November kommt „Viva Frida Kahlo



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