
In Heusenstamm brütet das seltene Tüpfelsumpfhuhn auf Schlosswiesen – ermöglicht durch ein Feuchtbiotop, das ein Biberdamm am Bieberbach geschaffen hat.
Das beste Programm im Main-Gebiet gibt’s nicht nur bei uns im Radio – manchmal spielt die Natur direkt vor unserer Haustür die faszinierendsten Geschichten! In Heusenstamm hat sich nämlich gerade etwas Außergewöhnliches ereignet, das selbst erfahrene Naturfreunde staunen lässt: Ein Tüpfelsumpfhuhn – eine der seltensten Vogelarten überhaupt – wurde auf den Schlosswiesen entdeckt. Und das ist wirklich eine Sensation!
Aber von Anfang an: Wie kommt so ein seltener Vogel überhaupt nach Heusenstamm? Die Antwort steckt im Boden – genauer gesagt im Bieberbach. Dort hat ein Biber über die Jahre einen Damm gebaut, der das Wasser über die Ufer treten lässt. Entlang des Pfades vom Wiesenbornweg zur Brücke der Freundschaft ist so ein echtes Feuchtbiotop entstanden. Disteln, Sonnenblumen und Binsen säumen heute den Weg – und bieten besten Lebensraum für seltene Tierarten.
Kurz gesagt: Ohne den fleißigen Biber und seinen Damm würde das Tüpfelsumpfhuhn hier wohl nie brüten. Die Natur regelt das manchmal einfach selbst – und zwar richtig gut!
Entdeckt hat das seltene Tier Wolfgang Ott, ein 83-jähriger Hobby-Naturforscher aus Offenbach und Mitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). Im März beobachtete er, wie das Tüpfelsumpfhuhn durch den Schlamm auf den Schlosswiesen watete und nach Fressen suchte – und das aus einer Entfernung von nur 30 Metern! Eine unglaublich seltene Nähe zu diesem scheuen Vogel.
Zum Vergleich: Das Tüpfelsumpfhuhn brütet zwar auch in der Wetterau, dort ist es aber nur auf mehrere hundert Meter Entfernung zu beobachten. In Heusenstamm war der Abstand dagegen winzig – ein absolutes Privileg für jeden Naturbegeisterten.
Das Tüpfelsumpfhuhn gehört zur Familie der Rallen und gilt als ausgesprochen selten. Dass es auf den feuchten Wiesen hinter dem Heusenstammer Schloss nicht nur auftaucht, sondern dort auch brütet, ist laut Wolfgang Ott schlicht und einfach sensationell. Das neu entstandene Feuchtbiotop am Bieberbach bietet offenbar genau die richtigen Bedingungen – feuchte Wiesen, dichtes Schilf und ausreichend Nahrung.
Das zeigt: Wenn die Natur sich selbst ein bisschen helfen darf – oder in diesem Fall, wenn ein Biber einfach seinen Job macht –, entstehen echte Paradiese für bedrohte Tierarten. Mitten im Rhein-Main-Gebiet, direkt vor unserer Haustür.
Diese Geschichte macht deutlich, wie spannend die Region rund um Frankfurt und den Rhein-Main-Bereich ist – nicht nur als Wirtschafts- und Kulturmetropole, sondern auch als Lebensraum für faszinierende Wildtiere. Wer die Augen offenhält und vielleicht mal den Weg vom Wiesenbornweg zur Brücke der Freundschaft in Heusenstamm entlangspaziert, könnte selbst Zeuge eines solchen Naturwunders werden.
Habt ihr in eurer Gegend auch schon mal ungewöhnliche Tiere entdeckt? Schreibt uns – wir sind gespannt auf eure Geschichten aus dem Main-Gebiet!






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