
Ausstellung in Bad Nauheim: Ingrid Friederike Collatz zeigt Kunst von sich und aus dem Nachlass von Helmut Beckmann – noch bis 29. August im ESNZ-Showroom.
Fast 14 Jahre lang hat Ingrid Friederike Collatz keinen Pinsel mehr angerührt. Der Unfalltod ihres langjährigen Freundes, Wegbegleiters und Mentors Helmut Beckmann im Jahr 2010 hat sie so tief getroffen, dass die Kunst für sie schlicht nicht mehr möglich war. Jetzt ist sie zurück – und sie hat etwas Besonderes mitgebracht: eine Ausstellung, die sie und Helmut Beckmann gemeinsam geplant hatten, für die ihre gemeinsame Zeit damals nicht mehr ausgereicht hat.
Die Ausstellung „SehnSucht nach Form und Farbe“ läuft seit dem 5. August im ESNZ-Showroom in der Alicestraße 13 in Bad Nauheim. Zu sehen sind Werke von Ingrid Friederike Collatz und Gemälde aus dem Nachlass von Helmut Beckmann – ein Œuvre, das von 1979 bis 2010 reicht und das Collatz nach seinem Tod erbte.
Helmut Beckmann war promovierter Wirtschaftswissenschaftler und lebte zuletzt in Frankfurt. Doch die Kunst war sein Leben – schon als kleines Kind begann er mit Malen und Zeichnen. Sein Können perfektionierte er über viele Jahre an der Städel-Abendschule. Die Werkschau in Bad Nauheim zeigt seine Arbeiten in vier Themenbereichen: Porträt, Themen aus der griechischen Mythologie, Akt und Surrealismus. Ein faszinierendes Spektrum, das zeigt, wie vielseitig dieser Künstler war.
Ingrid Friederike Collatz entdeckte ihre Leidenschaft für die Kunst im Kunstunterricht an der Bad Nauheimer St.-Lioba-Schule bei Schwester Canisa. „Von ihr habe ich viel gelernt“, sagt Collatz. Seitdem hat sie das Malen nie mehr losgelassen – auch wenn es phasenweise als Ventil im Alltag diente und keine große Bühne fand. Diverse Kunstkurse, unter anderem an der Sommerakademie in Erfurt in den Bereichen Landschaftsmalerei, Pastell, Ölpastell und Linolschnitt, prägten ihren Weg.
Den entscheidenden Anstoß, nach ihrer langen Pause wieder zur Leinwand zurückzukehren, gab ihr der Besuch einer Fauvismus-Ausstellung in Basel. Seitdem zeigt sich ihr Stil deutlich: expressive Pinselstriche, intensive Farbigkeit, stark vom Fauvismus geprägt. Den eigentlichen „Durchbruch“ erlebte sie mit der Entdeckung von Gouache-Farben. Ihre erste Ausstellung hatte sie bereits im Jahr 2003, gefolgt von Kunstleasingprojekten und zahlreichen Gruppenausstellungen – unter anderem bei der „inside.art“ des Kunstvereins Bad Nauheim.
Zur Eröffnung am 5. August um 18 Uhr sorgte Hans Romanov musikalisch für Stimmung. Der Frankfurter Klubmacher – bekannt unter anderem vom Ostklub und Yachtclub – ist seit vielen Jahren mit Ingrid Collatz befreundet. Seine Platten fernab vom Mainstream schufen bei der Vernissage im ESNZ-Showroom genau das richtige Ambiente, um in einen emotionalen Dialog mit den Kunstwerken einzutreten.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. August 2026. Ihr könnt die Werke von Ingrid Friederike Collatz und Helmut Beckmann zu folgenden Zeiten im ESNZ-Showroom, Alicestraße 13 in Bad Nauheim, besuchen:
Ingrid Friederike Collatz freut sich auf den Austausch mit den Besuchern – auch während der gesamten Ausstellungszeit. Eine Ausstellung, die nicht nur Kunst zeigt, sondern auch eine tiefe persönliche Geschichte erzählt. Schaut vorbei!






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