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Schwejk am Schauspiel Frankfurt: Jan-Christoph Gockel bringt den braven Soldaten auf die Bühne

Am 11. September feiert „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Redaktion
·
9. September 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 56 Minuten

Eine Premiere, die ihr nicht verpassen solltet!

Frankfurt bekommt Theatergeschichte! Am 11. September feiert „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ um 19 Uhr am Schauspiel Frankfurt Premiere – inszeniert von Jan-Christoph Gockel, einem der spannendsten Regisseure der deutschen Theaterlandschaft. Wer den Mann kennt, weiß: Das wird kein gewöhnlicher Theaterabend. Das wird eine Reise.

Vom Schelm zum Weltkrieg – was steckt hinter dem Stoff?

Der „Schwejk“ ist nicht irgendeine Geschichte. Jaroslav Hašeks Schelmenroman „Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg“ aus den 1920er-Jahren erzählt von einem kleinen Mann, der mit maximaler Ineffizienz versucht, heil durch den Wahnsinn des Ersten Weltkriegs zu kommen. Sein Motto: „Melde gehorsamst, dass ja!“ – und trotzdem alles unterlaufen, was das System von ihm verlangt.

Gockel verbindet diesen Stoff mit Bertolt Brechts „Schweyk im zweiten Weltkrieg“, der im Mai 1959 ausgerechnet am Schauspiel Frankfurt seine westdeutsche Erstaufführung erlebt hatte. Die F.A.Z. schrieb damals: „Ein Abend, wie ihn Frankfurt lange Zeit nicht mehr erlebt hat: Beifall auf offener Szene.“ Heute kennt kaum jemand diesen Brecht-Text noch – Gockel holt ihn zurück in die Mainmetropole.

Drei Ebenen, ein Abend – von Hašek bis Bachmut

Gockels Inszenierung ist kein simples Historienstück. Sie spannt einen gewaltigen Bogen über drei Teile: Der erste Teil folgt dem Schwejk von Hašek, der zweite führt – in Anlehnung an Brecht – Schwejk, gespielt von Wolfram Koch, mit Hitler bis nach Stalingrad. Und der dritte Teil? Der bringt alles in die Gegenwart.

Gockel hat eigens Interviews mit russischen Soldaten geführt, die an der Schlacht um Bachmut 2022/23 beteiligt waren. Die Fragen drehten sich auch um die Figur des Schwejk – und um ihre eigene Rolle im Krieg. Das Ergebnis ist, so Gockel, „teilweise unerträglich hart in seiner Brutalität, aber auch sehr erkenntnisfördernd“. Eine Tätererzählung, die er nicht aus der Distanz betrachtet, sondern hautnah erlebt hat – durch seine vielen Reisen in die Ukraine, durch Nächte im Luftschutzbunker.

Ein Regisseur, der sich die Welt erschließt

Jan-Christoph Gockel ist kein Theatermacher, der es sich im Studio gemütlich macht. Er reist. Er taucht ein. Er setzt sich aus. Für seine Stückentwicklung „Polaris“ fuhr er mit seinen Schauspielern Julia Gräfner und Wolfram Koch zur Neumayer-Station III in die Antarktis – und spielte dort vor den Forschern, in einer vermutlich ersten Theateraufführung auf dieser Station überhaupt. Für seinen „Wallenstein“ recherchierte er intensiv zur Wagner-Truppe und ihren Einsätzen in der Ukraine.

„Ich brauche das. Ich muss es für mich irgendwie begreiflich machen“, sagt Gockel. „Kunst speist sich aus einem inneren Phantom, einer Vision von einer Sache.“ Diese Haltung prägt auch den Frankfurter „Schwejk“: Krieg, Widerstand, das Funktionieren im kaputten System – das sind keine abstrakten Themen für ihn, sondern gelebte Erfahrung.

Frankfurt kennt Gockel – und liebt seine Abende

Am Schauspiel Frankfurt ist Gockel kein Unbekannter. 2021 zeigte er hier mitten in der Pandemie seine Rieseninszenierung „Öl“, 2024 folgte der Gesamt-„Faust“ – mit 36 ausverkauften Vorstellungen. Das Frankfurter Publikum weiß, was es erwartet, wenn Gockel die Bühne bespielt: große Bögen, viele Ebenen, echte Emotionen. Und jetzt der „Schwejk“.

Wieder mit dabei: Michael Pietsch, Puppenbauer, Puppenspieler und Schauspieler, mit dem Gockel das Label Peaches & Rooster betreibt. Und natürlich Wolfram Koch, Gockels vertrauter Schauspieler, der den Schwejk verkörpert – mit allem, was dieser kleine, große Charakter zu bieten hat: Komik, Widerstand, Menschlichkeit.

Jetzt reinhören und hingehen!

„Die Idee ist, die Leute auf eine Reise mitzunehmen“, sagt Gockel. Klingt gut, oder? Die Premiere von „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ steigt am 11. September um 19 Uhr am Schauspiel Frankfurt. Ein Abend über den kleinen Mann im großen Wahnsinn – damals im Ersten Weltkrieg, heute in der Ukraine. Das ist der Sound der Weltstadt!

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