WG-Zimmer in Frankfurt kosten zum Semesterstart im Schnitt 620 Euro Warmmiete – ein Rekordhoch. Was das für Studierende bedeutet und wer jetzt helfen kann.
Der Semesterstart steht vor der Tür – und mit ihm die bange Frage für tausende Studierende: Wo soll ich in Frankfurt eigentlich wohnen? Die Antwort macht wenig Hoffnung. Laut dem Institut Empirica liegt die durchschnittliche Warmmiete für ein unmöbliertes WG-Zimmer zwischen zehn und 30 Quadratmetern in Frankfurt inzwischen bei stolzen 620 Euro im Monat. Ein Rekordhoch! Das sind 40 Euro mehr als noch vor einem Jahr und sogar 120 Euro mehr als vor fünf Jahren. Bundesweit teurer wohnen Studierende in WGs nur noch in München, Hamburg und Köln.
Wer denkt, ein Ausweichen ins Umland bringt große Erleichterung, wird leider enttäuscht. Auch in den anderen Hochschulstädten der Region ist die Lage angespannt. In Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Offenbach werden laut Empirica im Schnitt jeweils rund 550 Euro für ein WG-Zimmer fällig. Etwas entspannter – aber immer noch alles andere als günstig – ist die Situation in Gießen (441 Euro), Marburg (453 Euro) und Kassel (403 Euro).
Zum Vergleich: Die Wohnkostenpauschale im BAföG liegt bei gerade einmal 380 Euro im Monat. Das bedeutet, dass selbst in den günstigsten Hochschulstädten der Region die Wohnkosten die staatliche Förderung teils deutlich übersteigen. In Frankfurt klafft die Lücke zwischen BAföG-Pauschale und tatsächlicher Miete besonders weit auseinander.
Das Studierendenwerk Frankfurt betreibt aktuell 34 Wohnheime mit insgesamt 3.726 Plätzen. Dem gegenüber stehen allein in Frankfurt 56.771 Studierende, die zum vergangenen Wintersemester eingeschrieben waren. Die Rechnung geht schlicht nicht auf. Private Wohnheime sind für die meisten Studierenden ebenfalls keine realistische Option – die Preise dort sprengen das Budget vieler.
Die Folge: Ein massiver Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der sich Jahr für Jahr verschärft. Gerade zum Semesterstart wird die Konkurrenz um günstige Zimmer noch einmal größer – und die Nerven blank.
Das Studierendenwerk Frankfurt schlägt gemeinsam mit den Hochschulen deshalb einen ungewöhnlichen Weg ein: Es appelliert direkt an Privatpersonen, leerstehende Zimmer gezielt an Studierende zu vermieten. „Mit einem freien Zimmer schenken Sie nicht nur ein Zuhause auf Zeit, sondern Perspektiven fürs Leben“, sagt Ulrich Schielein, Vizepräsident der Goethe-Universität und Verwaltungsratsvorsitzender des Studierendenwerks.
Wer ein freies Zimmer hat und es Studierenden zur Verfügung stellen möchte, kann dieses kostenlos unter www.wohnraum-gesucht.de inserieren. Dort finden auch Suchende aktuelle Angebote.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wohnen in Frankfurt als Student ist teuer – und wird es von Jahr zu Jahr mehr. Wer jetzt ein WG-Zimmer sucht, braucht Ausdauer, Glück und am besten ein gutes Netzwerk. Und wer ein Zimmer übrig hat: Jetzt ist der perfekte Moment, um einem Studierenden eine echte Chance zu geben. Der Sound der Weltstadt beginnt eben auch mit einem fairen Zuhause!


Am 11. September feiert „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk



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