
Die Sporthalle der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach wird ein Jahr lang saniert. So meistern Schüler und Lehrkräfte den Sportunterricht ohne Halle.
Für die Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule (AES) in Schwalbach beginnt ein ungewöhnliches Schuljahr: Ihre Sporthalle ist für rund zwölf Monate dicht. Seit Beginn der Sommerferien läuft die umfassende Sanierung der Dreifeldhalle – und die hat es in sich. Wenn alles nach Plan läuft, steht die Halle erst zum Schuljahr 2027/28 wieder zur Verfügung.
Der Grund für die Vollsperrung: Die Halle wurde 1981 errichtet und ist schlicht in die Jahre gekommen. „Aufgrund ihres Alters sowie des baulichen und technischen Zustands ist inzwischen eine umfangreiche Sanierung nötig“, erklärt Kreis-Sprecher Johannes Latsch. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb ist dabei keine Option.
Die Maßnahmen sind umfangreich: Dachaufbau und Hallenboden werden vollständig erneuert. Dazu kommen neue Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen. Die Lüftungszentrale zieht künftig auf das Dach des Nebentrakts – auf der Sporthalle selbst entsteht dafür eine Photovoltaikanlage. Außerdem wird eine neue Deckenstrahlheizung eingebaut. Bereits während der Ferien werden über den Schulhof neue Strom- und Wasserleitungen verlegt.
Für das Projekt hat der Main-Taunus-Kreis acht Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt beteiligt sich mit rund 35 Prozent. Fördermittel des Bundes blieben dem Kreis hingegen verwehrt – gleich zwei Anträge wurden wegen hoher Nachfrage aus anderen Kommunen abgelehnt. Lediglich für die neue Hallenbeleuchtung fließen Fördergelder.
Für die rund 1600 AES-Schülerinnen und -Schüler sowie ihre Sportlehrkräfte bedeutet das: Zeit zum Improvisieren. Die Halle ist normalerweise von 8 bis 18 Uhr belegt – meist von zwei Gruppen gleichzeitig. Stellvertretender Schulleiter Markus Holz macht keinen Hehl daraus, dass das eine echte Herausforderung wird: „Das wird eine Zeit, in der wir alle Kompromisse machen müssen.“
Solange das Wetter mitspielt, weicht der Sportunterricht ins Freie aus – auf den eigenen Sportplatz oder in die nähere Umgebung bis zum Eichwald. Die Sportgeräte lagern in mehreren Containern auf dem Schulgelände und sind schnell greifbar. Zusätzliche Hallenzeiten an der Friedrich-Ebert- und der Geschwister-Scholl-Schule sollen ausgeweitet werden. „Das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Holz. Er hofft deshalb auf weitere Unterstützung aus der Umgebung: „Wir sind dankbar für jede Stunde.“
Richtig spannend wird es laut Holz, wenn Herbst und Winter kommen. Aber die AES hat vorgesorgt: In Absprache mit dem Kreis wurden zwei Klassenräume zu Bewegungsräumen umgewandelt. Welche Sportformen dort konkret möglich sind, wird sich zeigen. „Das wird eine große pädagogische Aufgabe für die Fachschaft“, sagt Holz. Auch im Mehrzweckraum der Schule soll es Bewegungsangebote geben – dort muss man sich allerdings mit den Theatergruppen arrangieren, die den Raum ebenfalls nutzen.
Nicht nur die Schule ist betroffen: Auch die Vereine, die die AES-Sporthalle regelmäßig nutzen, müssen mit Einschränkungen leben. Die Jahnturnhalle der TG Schwalbach fällt als Ausweichquartier aus – sie ist bereits rund um die Uhr belegt. Die Sanierung trifft die TG damit gleich doppelt.
Ein Jahr ohne Sporthalle – das ist für eine Schule mit 1600 Schülerinnen und Schülern eine echte Belastungsprobe. Die AES zeigt dabei, wie man auch unter schwierigen Bedingungen kreativ bleibt: Sport im Klassenraum, Bewegung im Freien, enge Zusammenarbeit mit dem Schulträger. Bleibt zu hoffen, dass die Sanierung reibungslos läuft – damit die frisch modernisierte Halle pünktlich zum Schuljahr 2027/28 wieder öffnen kann.



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