
Die wiederentdeckte Oper „Riccio
Musik, die fast verloren war – und jetzt endlich für alle hörbar wird! Die wiederentdeckte Oper „Riccio“ von Erich Riede erscheint im November als Sonderedition: eine gebundene Buchausgabe mit eingelegter CD. Für alle, die das Besondere lieben und Geschichte spüren wollen, ist das ein echtes Highlight. Und das beste: Auch eine normale CD-Version soll es geben.
Die Geschichte hinter „Riccio“ ist so fesselnd wie die Oper selbst. Ralph Philipp Ziegler, Kulturamtschef in Offenbach, fand den Klavierauszug im Archiv des Musikhauses André und machte damit eine konzertante Wiederaufführung im Capitol möglich. Die Presse war begeistert – von „spannender Ausgrabung“ bis „verschollenes Meisterwerk“ reichten die Reaktionen. Klar war von Anfang an: Diese Aufführung muss als CD erscheinen, beim Leipziger Label Rondeau Production.
Was viele nicht wissen: Die CD ist kein Mitschnitt des Konzertabends am 9. November im Capitol, sondern entstand bei den Proben im Jacques-Offenbach-Saal des Büsingpalais – einem Saal, der eigens für Kammermusik gebaut wurde. Eine kluge Entscheidung, die der Aufnahme eine besondere Intimität verleiht.
Die Oper dreht sich um Davide Rizzio, geboren 1533 im Piemont, Musiker und Komponist, der 1561 in den Dienst von Maria Stuart in Schottland trat und deren Privatsekretär und Günstling wurde. Nach Gerüchten über eine Liebesbeziehung wurde er 1566 auf Betreiben von Marias Ehemann Lord Darnley ermordet. Librettistin Marta Wertheimer verdichtete diese dramatischen Ereignisse rund um Riccio und Maria Stuart auf einen einzigen Tag – und deutete auch die spätere Ermordung Darnleys an. Stoff, der unter die Haut geht!
Dabei hat „Riccio“ eine bewegte Vorgeschichte: Die Originalpartitur wurde im Krieg zerstört, erst 1947 orchestrierte Riede das Werk neu. Wie groß die Unterschiede zum Original sind, lässt sich nicht mehr feststellen. Und die eigentlich für 1929 in Weimar geplante Uraufführung? Die kam nie zustande – warum, ist bis heute unbekannt. Ziegler vermutet, dass Riede, der damals eine feste Anstellung an der New Yorker Metropolitan Opera hatte, schlicht auf eine mehrwöchige Einstudierung in Deutschland verzichtete, um seine Stellung in New York nicht zu gefährden. „Vielleicht finden sich noch Notizen im Archiv des Nationaltheaters“, hofft Ziegler.
Die Zusammenarbeit des in Offenbach aufgewachsenen Erich Riede mit Marta Wertheimer, langjähriger Redakteurin der „Offenbacher Zeitung“, wirft noch viele Fragen auf – und liefert damit genug Stoff für das geplante Begleitbuch zur Sonderedition.
Das Begleitbuch basiert auf dem Programmheft der Aufführung, wird von Ziegler aber um weitere Texte ergänzt. Tonmeister Stefan Antonin von Rondeau überwacht die Produktion – mit einem Blick fürs Detail, der keine Fehler durchgehen lässt. Mitte Oktober soll die CD gepresst werden, der November-Release ist fest geplant.
Ermöglicht wird die aufwendige Sonderedition durch die finanzielle Unterstützung der Marschner-Stiftung, des Kulturfonds Frankfurt-Rhein-Main, der Kulturstiftung der Sparkasse und weiterer Förderer. Käufer der Sonderedition dürfen sich außerdem über einen Bonus freuen: Per QR-Code lässt sich eine Aufnahme von Riedes Hamlet-Suite herunterladen, gespielt 2024 von Esther Walker in La-Chaux-de-Fonds – ebenfalls eine Wiederentdeckung.
Das ist Der Sound der Weltstadt – und ihrer Region! „Riccio“ zeigt, wie lebendig Musikgeschichte sein kann, wenn man sie aus dem Archiv hebt und hörbar macht. Haltet den November im Blick – das wird ein Tonträger, der in keine Sammlung fehlen darf!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.