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Schock für den Ortsbeirat 10: Plötzlich 33.800 Euro Schulden!

Der Frankfurter Ortsbeirat 10 steckt plötzlich mit 33.800 Euro in den Miesen – weil der Magistrat Rücklagen einkassierte. Was das für lokale Vereine bedeutet.

Redaktion
·
8. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Tagen

Wenn der Magistrat die Kasse leert – und die Vereine das ausbaden

Das ist eine bittere Überraschung für den Frankfurter Ortsbeirat 10: Nach der Sommerpause steckt das Gremium plötzlich mit 33.800 Euro in den Miesen. Und das, obwohl die Mitglieder in diesem Jahr bereits 13 Budgetanträgen zugestimmt hatten – alles Projekte, die Vereine und Initiativen aus den Stadtteilen dringend brauchen. Wie konnte das passieren?

Der Magistrat kassiert – ohne Vorwarnung

Mit dem Haushaltsabschluss 2025 hat der Magistrat kurzerhand die Rücklagen der Ortsbeiräte aus den Jahren 2024 und 2025 eingezogen. Offiziell, um städtische Finanzlöcher zu stopfen. Das Problem dabei: Darunter waren auch Gelder, die der Ortsbeirat 10 bereits per Beschluss an Vereine und Initiativen zugesagt hatte. Robert Lange (CDU) bringt es auf den Punkt: „Wenn das so bleibt, dann kann der Ortsbeirat bis 2030 keine Vereine mehr unterstützen.“

Besonders bitter: Die Mitglieder des Gremiums wussten bei ihren Abstimmungen nichts von der drohenden Pleite. Sie beschlossen Förderungen – zum Beispiel 1.000 Euro für den Lauf gegen Rassismus und Gewalt des Jugendhauses am Frankfurter Berg, 1.000 Euro für den Käfig-Cup in Bonames sowie Unterstützung für die Erinnerungsstätte in der Carlo-Mierendorff-Schule. Auch der Vereinsring Preungesheim-Eckenheim, der Bürgerverein Berkersheim, der Heimatverein Eckenheim, die Feuerwehr Berkersheim sowie die Liesel-Oestreicher-Schule und die Berkersheimer Grundschule wurden bedacht – alles ohne zu wissen, dass das Konto danach leer sein würde.

Was jetzt auf dem Spiel steht

Der Ortsbeirat 10 ist für fünf Stadtteile zuständig und erhält jährlich ein Budget von rund 25.000 Euro. Eine Hälfte davon fließt in die Vereinsförderung – etwa für Weihnachtsmärkte oder den Käfig-Cup. Die andere Hälfte ist für Investitionen gedacht, zum Beispiel eine Nestschaukel für den Berkersheimer Spielplatz oder ein Kinderbücherschrank für Eckenheim.

Genau diese schnelle, unkomplizierte Unterstützung ist es, die für viele Vereine den Unterschied macht – ob eine Aktion stattfindet oder nicht. Sommerfeste, Weihnachtsmärkte, Begrünungsaktionen: All das hängt oft an der letzten Finanzierungslücke, die der Ortsbeirat bislang zuverlässig schließen konnte. Fällt dieser Partner weg, trifft das das ehrenamtliche Leben in den Stadtteilen direkt.

Der Plan: Defizit ausgleichen, ab 2027 wieder handlungsfähig

Die Fraktionen des Ortsbeirats 10 – ohne Beteiligung der AfD – haben sich auf einen interfraktionellen Antrag geeinigt. Erstens soll der Magistrat erklären, warum der Ortsbeirat weder informiert noch angehört wurde, bevor sein Budget eingezogen wurde. Zweitens soll das Defizit von rund 33.800 Euro aus dem Investitionsbudget des Ortsbeirats ausgeglichen werden. Dort haben sich laut Lange über die Jahre rund 100.000 Euro angespart. „Wenn wir das Defizit über dieses Budget ausgleichen können, ist das Problem ab 2027 gelöst“, so Lange.

Für den Rest des Jahres 2026 wollen die Fraktionen in akuten Situationen auf Gelder aus dem Jahr 2027 zugreifen können. Außerdem fordern sie mehr Transparenz: Früher gab es Kontoauszüge, die zeigten, wie viel Budget noch zur Verfügung steht – diese wurden aber eingestellt. Das soll sich ändern.

Klar ist für alle Beteiligten: Die Vereine, die auf ihre zugesagten Gelder vertraut haben, müssen das Geld bekommen. „Da können wir keinen Rückzieher machen“, stellt Lange unmissverständlich klar. SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Bartram-Sitzius sieht den Ortsbeirat 10 als großen Ortsbeirat mit fünf Stadtteilen noch vergleichsweise glimpflich davongekommen.

Wie geht’s weiter?

Die Situation zeigt, wie fragil die Finanzierung von lokalem Engagement in Frankfurt sein kann – und wie schnell Entscheidungen von oben das Ehrenamt vor Ort unter Druck setzen. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören – den Sound der Weltstadt gibt’s bei Radio Frankfurt!

Quellen


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