
Frankfurts Magistrat hat den Kommunalen Wärmeplan beschlossen – doch das Stadtparlament stimmt erst im Oktober ab. Was steckt dahinter und wo gibt es Kritik?
Große Neuigkeit aus dem Römer: Der Frankfurter Magistrat hat den Kommunalen Wärmeplan beschlossen! Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne) hat grünes Licht für den strategischen Rahmen gegeben, der regeln soll, wie Frankfurt in Zukunft heizt. Das letzte Wort hat jetzt das Stadtparlament – die Stadtverordnetenversammlung soll voraussichtlich am 1. Oktober über den Plan abstimmen.
Kurz erklärt: Der Kommunale Wärmeplan ist ein Pflichtkonzept, das alle Kommunen vorlegen müssen. Er legt fest, wie die Wärmeversorgung in den einzelnen Stadtgebieten künftig aussehen soll – ob Fernwärme, Wärmepumpe oder andere klimafreundliche Lösungen. Ziel ist es, Orientierung für die langfristige Entwicklung zu schaffen. Auch Themen wie energetische Gebäudesanierung spielen dabei eine Rolle.
Klimadezernentin Zapf-Rodríguez zeigte sich erleichtert: „Ich freue mich, dass wir die fachliche Erarbeitung der kommunalen Wärmeplanung erfolgreich abschließen konnten und der Magistrat den Weg für die politische Beratung freigemacht hat.“ Jetzt liegt der Ball beim Stadtparlament.
Aber moment – ganz so rund läuft es nicht. Laut Gesetz hätte der Wärmeplan bereits bis Ende Juni verabschiedet sein sollen. Durch die Verschiebung auf Oktober läuft Frankfurt mehr als drei Monate hinter den meisten anderen Großstädten hinterher. Das ist eine Verzögerung, die Fragen aufwirft.
Dazu kommt: Beim öffentlichen Beteiligungsverfahren gingen rund 100 Einwendungen und Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sowie Trägern öffentlicher Belange ein. Auch der BUND meldet sich kritisch zu Wort. Der Naturschutzbund bemängelt vor allem, dass der Transformationsplan der Energieversorgerin Mainova für die kommenden Jahre fehlt. Ohne diese Grundlage sei eine seriöse Bewertung des Wärmeplans schlicht nicht möglich, so die Kritik. Ein weiterer Kritikpunkt: Der Entwurf legt lediglich eine Sanierungsquote von einem Prozent pro Jahr im Bereich der energetischen Gebäudesanierung zugrunde – für viele Beobachter viel zu wenig.
Die Wärmeplanung ist nicht die einzige Baustelle, die Frankfurt aktuell beschäftigt. Wer die lokale Kommunalpolitik im Blick behält, erinnert sich noch gut an die Haushaltskrise beim Ortsbeirat 10 – ein Thema, über das wir in einem früheren Beitrag ausführlich berichtet haben. Dort war der Ortsbeirat plötzlich mit einem Defizit von 33.800 Euro konfrontiert, weil die Stadt Haushaltsreserven abgezogen hatte – ohne dass die Lokalpolitiker davon wussten. Vereine und lokale Initiativen bangten um ihre bereits bewilligten Förderungen.
Beide Fälle zeigen: Wenn es ums Geld und ums Planen geht, ist Frankfurt gerade ordentlich gefordert. Transparenz und klare Kommunikation sind dabei das A und O – egal ob beim kommunalen Wärmeplan oder beim Ortsbeiratshaushalt.
Jetzt heißt es abwarten bis Oktober. Stimmt die Stadtverordnetenversammlung dem Wärmeplan zu, ist der formale Rahmen gesetzt. Doch die inhaltliche Debatte – vor allem rund um die Mainova-Pläne und die Sanierungsquote – dürfte noch lange nicht verstummen. Wir bleiben für euch am Ball und halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören – der Sound der Weltstadt bleibt nah dran!






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