
Die S3 zwischen Bad Soden und Frankfurt sorgt für Frust – doch die Stadt hat kaum Handhabe. Warum niemand wirklich eingreifen kann, erfährst du hier.
Wer regelmäßig mit der S3 von Bad Soden zum Frankfurter Südbahnhof pendelt, kennt das Gefühl: wieder Verspätung, wieder Zugausfall, wieder kein vernünftiges Ankommen. Und das Frustrierende daran? Die Stadt Bad Soden kann kaum etwas dagegen tun. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Anfrage der Bad Sodener Bürger (BSB) in der Stadtverordnetenversammlung.
Die BSB hatte vorgeschlagen, die Zahlungen an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) zu kürzen, solange der S-Bahn-Betrieb so schlecht läuft. Klingt nach einer klaren Ansage – funktioniert aber leider nicht. Denn: Die Stadt Bad Soden zahlt schlicht nichts an den RMV. Und auch der RMV selbst bezahlt der Bahn für den S-Bahn-Betrieb nichts direkt. Finanziert wird das Ganze über Fahrkartenverkäufe und sogenannte Regionalisierungsmittel des Bundes.
Auch der Main-Taunus-Kreis, der als Gesellschafter im RMV sitzt, hat keinen echten finanziellen Hebel: Er beteiligt sich lediglich an den Regiekosten des Verbundes – also quasi an der Bürokratie –, nicht aber am eigentlichen Bahnbetrieb. Die Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) macht außerdem klar: Durch das Kürzen von Zahlungen würde der Betrieb ohnehin nicht besser werden.
Theoretisch kann der RMV Zahlungen kürzen – und das passiert laut MTV auch gelegentlich. Aber nur dann, wenn die DB Regio selbst für die Störungen verantwortlich ist und diese auch hätte verhindern können. Und genau das ist das Problem: Viele der Ursachen für Ausfälle und Verspätungen liegen gar nicht bei DB Regio. Unterbesetzte Stellwerke, eingleisige Streckenabschnitte, Baustellen, unpünktlicher Fernverkehr – all das ist Sache anderer Bahn-Unternehmen. DB Regio haftet dafür nicht.
Der RMV weist zudem darauf hin, dass die S3 statistisch gesehen sogar leicht überdurchschnittlich abschneidet im Vergleich zu anderen S-Bahnen. Für die täglichen Pendlerinnen und Pendler ist das allerdings ein schwacher Trost.
Interessant ist dabei, was die Deutsche Bahn selbst zugibt. Auf eine Beschwerde des Main-Taunus-Kreises hin räumte die Bahn ein, dass durch Einsparungen in früheren Jahrzehnten Defizite entstanden sind, die sich heute bitter rächen. Gerade im Rhein-Main-Gebiet verschärfen begrenzte Überleitungsmöglichkeiten und fehlende Signalisierungen die Lage zusätzlich. Dazu kommen personelle Engpässe. Der Main-Taunus-Kreis hatte in seinem Schreiben klar gemacht: Der Zustand des Verkehrsangebotes sei nicht mehr tragbar, die Probleme seien systemisch, und die bisherigen Gegenmaßnahmen unzureichend.
Die Bahn stellte erste Verbesserungen für das laufende Jahr in Aussicht – allerdings mit Blick auf das Rhein-Main-Gebiet insgesamt, nicht speziell für die S3-Linie.
Das Fazit für Bad Soden ist bitter: Die Stadt hat praktisch nichts in der Hand. Laut Magistrat beschränken sich die Einflussmöglichkeiten darauf, „auf die nicht zufriedenstellende Situation hinzuweisen und Verbesserungen anzumahnen.“ Das passiere zwar regelmäßig und mit Nachdruck – aber ob es fruchtet, liegt letztlich woanders.
Für alle, die täglich auf die S3 angewiesen sind, bleibt vorerst nur Abwarten – und Hoffen, dass die vielen laufenden Baustellen irgendwann tatsächlich zu spürbaren Verbesserungen führen. Radio Frankfurt bleibt für euch dran und hält euch über die Lage im Main-Gebiet auf dem Laufenden. Jetzt reinhören!



Die wiederentdeckte Oper „Riccio



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