
Seit 101 Jahren feiern die Rembrücker ihre Kerb – getragen von drei Vereinen und echter Gemeinschaft. Wir zeigen, was das Fest so besonders macht.
Was für ein Auftakt! André Iseler, Zweiter Vorsitzender des Tennisclubs Rembrücken, ruft es in die Menge – und die Antwort kommt laut und deutlich zurück. Das Motto der diesjährigen Rembrücker Kerb: „Ein Dorf hält zusammen.“ Und das ist hier kein leeres Versprechen, sondern gelebter Alltag. Seit sage und schreibe 101 Jahren wird in Rembrücken Kerb gefeiert – und das Fest ist lebendiger denn je!
Seit fünf Jahren stemmen der TV Rembrücken, der Tennisclub Rembrücken und die Freiwillige Feuerwehr das traditionsreiche Volksfest gemeinsam. Davor hatte der Turnverein die dreitägige Kerb alleine geschmissen – aber irgendwann war das schlicht nicht mehr zu händeln. Die Lösung: Kräfte bündeln, Verantwortung teilen!
Heute ist die Aufteilung klar geregelt: Samstag gehört dem Turnverein, Sonntag dem Tennisclub und Montag der Freiwilligen Feuerwehr. Aber auch die monatelangen Vorbereitungen werden gemeinsam geschultert. Schon Anfang des Jahres starten die Planungen – in vereinsübergreifenden Teams kümmern sich die Ehrenamtlichen um Öffentlichkeitsarbeit, Programm, Helfer, Lebensmitteleinkauf, Bierwagen, Biergondel und Weinstand. Die Einnahmen landen in einem gemeinsamen Topf und werden fair durch drei geteilt. Für Vereinsvorsitzenden Ulrich Kunert ist die Kerb das „Wohnzimmer unter freiem Himmel“ – und genau so fühlt es sich an.
Was die Rembrücker Kerb von großen Volksfesten unterscheidet? Ihr ganz eigener, unverwechselbarer Charakter. Vieles wird selbst organisiert und vorbereitet, die Atmosphäre ist traditionell und familiär. Hier steht Gemeinschaft nicht nur auf dem Plakat – sie wird wirklich gelebt.
Das weiß auch Sandra Grünewald, die die Kerb mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern besucht. „Wenn man hier wohnt, gehört das einfach dazu“, sagt sie. Das ganze Dorf komme zusammen, man kenne sich. Besonders schätzt sie als Mutter die überschaubare Größe: Anders als etwa auf der Frankfurter Dippemess können die Kinder hier entspannter herumlaufen, ohne dass die Eltern ständig den Überblick verlieren. Für die Kleinen gibt es einiges zu entdecken: Angelspiel, das „Fliegenpilz“-Karussell und natürlich Zuckerwatte – Kinderherz, was willst du mehr?
Musikalisch ist für jeden was dabei: Das Blasorchester der Feuerwehrkapelle Rodgau und die Band „Sandrock55″ sorgen für die richtige Stimmung. Rund 1.000 Besucher pro Tag erwarten die Veranstalter – und auch kulinarisch lässt die Kerb keine Wünsche offen. Hackbraten ist der absolute Publikumsliebling und am Sonntag oft schon früh ausverkauft. Dazu gibt es Leberkäse, Handkäse und gegrillten Hirtenkäse. Guten Appetit!
Besonders stolz ist Iseler auf den Festzug: „Unsere Kerb ist lebendiger denn je. Ich glaube, unser Umzug war noch nie so lang wie in diesem Jahr.“ Kinder und Jugendliche aus den Rembrücker Vereinen marschieren mit – und genau das ist es, was die Tradition lebendig hält. Der Nachwuchs ist die Zukunft der Kerb!
Das Fest geht noch bis Montag – und endet mit einem echten Rembrücker Highlight: Ab 21.30 Uhr blickt das Bürgerforum humorvoll auf das vergangene Jahr zurück, bevor der Kerbborsch feierlich zu Grabe getragen wird. Ein Abschluss mit Augenzwinkern – typisch Rembrücken!
Der Sound der Weltstadt reicht weit – und manchmal ist es genau das Kleine, das Dörfliche, das Familiäre, das einem das Herz wärmt. Die Rembrücker Kerb zeigt, wie echte Gemeinschaft funktioniert: 101 Jahre, drei Vereine, ein Dorf – und jede Menge Herzblut. Jetzt reinhören und mehr regionale Geschichten aus dem Main-Gebiet entdecken!






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