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Neue Wandelgänge, alte Geschichten: Die Alte Oper Frankfurt wächst weiter

Die Alte Oper Frankfurt hat ihre Wandelgänge auf Ebene 4 und 5 neu gestaltet und zeigt jetzt Gästebuch-Highlights und eine multimediale Ausstellung zur…

Redaktion
·
14. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Ein Haus öffnet sich – und zeigt, was drin steckt

Die Alte Oper Frankfurt macht Nägel mit Köpfen: Nach der Modernisierung der Wandelgänge auf Ebene 2 und 3 im vergangenen Jahr wurden jetzt zwei weitere Stockwerke komplett neu gestaltet. Neues Lichtkonzept, frische Farben, schicke Sitznischen und modernisierte Heizungsverkleidungen – das Frankfurter Konzerthaus zeigt, dass Tradition und Aufbruch kein Widerspruch sind. Intendant Markus Fein bringt es auf den Punkt: Die neuen Wandelgänge seien „eine weitere Etappe, die Alte Oper zu öffnen und heller und zugänglicher zu gestalten“. Das klingt ganz nach dem Sound der Weltstadt!

Gästebücher, Geschichte und große Namen

Was steckt eigentlich hinter den Wänden dieses legendären Hauses? Jetzt könnt ihr es selbst herausfinden. Auf Ebene 4 wartet eine ganz besondere Überraschung: Aus mehreren tausend Einträgen in den Gästebüchern des Konzerthauses wurden 50 ausgewählt – zu sehen auf Tafeln und digital auf Touchmonitoren. Herbert von Karajan hat sich verewigt, Leonard Cohen, Udo Lindenberg und die Toten Hosen. Loriot hat seine berühmte Figur gezeichnet, Otto Waalkes einen Ottifanten, und Herbie Hancock schrieb anno 2022 ein Dankeschön „von einem alten Mann an die Alte Oper“. Gänsehaut garantiert.

Ganz oben, auf Ebene 5, geht die Reise weiter: Eine multimediale Ausstellung zeichnet die bewegte Geschichte des Hauses nach – kuratiert von der Journalistin und Historikerin Karen Allihn. Die Schau startet bei der Eröffnung des Frankfurter Opernhauses im Jahr 1880, führt durch die Glanzzeiten der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und die jahrzehntelangen Debatten um den Wiederaufbau – bis hin zur Wiedereröffnung als Konzert- und Kongresshaus im Jahr 1981.

Auch die dunklen Kapitel haben ihren Platz

Die Ausstellung schaut nicht weg: „Auch die braunen Jahre haben ihren Platz in der Chronik“, sagt Karen Allihn. In der NS-Zeit wurden auch in Frankfurt jüdische Künstlerinnen und Künstler vom Kulturbetrieb ausgeschlossen, deportiert und ermordet – so wie Magda Spiegel, die ein festes Engagement am Opernhaus hatte. Ihr ist ein eigenes Hörstück gewidmet. Geschichte, die unter die Haut geht und die man so tatsächlich nicht googeln kann.

Wer es etwas leichter mag: Auf Ebene 5 lässt sich auch der vierstimmige Kanon von Alban Berg zum 50. Bestehen des Opernhauses nachlesen und anhören. Und die Geschichte des nach historischem Vorbild nachgebauten Pegasus auf dem Dach? Die legendäre Frankfurter Schauspielerin Liesel Christ taufte ihn mit Apfelwein, bevor er nach dem Wiederaufbau aufs Dach gehievt wurde. Echter geht’s nicht.

Frankfurt investiert in sein Kulturerbe

Die Ausstellung in den Wandelgängen wird mit einem mittleren sechsstelligen Betrag von der Crespo Foundation, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung, der Dr. Marschner Stiftung und der Grunelius-Stiftung gefördert. Das Frankfurter Architekturbüro Jourdan & Müller Steinhauser begleitet die Sanierung des Hauses bereits seit zwölf Jahren. Nicolai Steinhauser betont dabei die besondere Rolle der Wandelgänge: „Sie sind ein sehr demokratischer Ort.“ Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sieht darin ein klares Signal: „Dass dafür auch die Wandelgänge als Orte des Aufenthalts und der Begegnung neu gedacht werden, ist ein schönes Zeichen für die Offenheit dieses Hauses.“

So könnt ihr die Ausstellung erleben

Die Dauerausstellung in den Wandelgängen der Alten Oper, Opernplatz 1, ist zugänglich während des Konzertbetriebs mit einer gültigen Eintrittskarte. Auf Ebene 3 erwartet euch eine Fotoausstellung zum Konzertbetrieb, auf Ebene 4 die Gästebuch-Highlights und auf Ebene 5 die multimediale Geschichtsschau. Wer noch tiefer eintauchen möchte: Gruppenführungen durch das Haus dauern rund zwei Stunden und kosten 10 Euro pro Person – buchbar auf alteoper.de. Also, Frankfurt: Jetzt reinhören, reinschauen und dieses besondere Stück Stadtgeschichte erleben!

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