
Die neue Innenstadtwache der Frankfurter Stadtpolizei öffnet Ende Oktober in der Stiftstraße – aber nur 30 Stunden pro Woche, montags bis freitags.
Gute Nachrichten für alle, die sich mehr Sicherheit in der Frankfurter Innenstadt wünschen: Die Stadtpolizei bekommt einen neuen Stützpunkt – und zwar direkt an der Stiftstraße, unweit der Zeil. Voraussichtlich ab Ende Oktober soll die neue Innenstadtwache offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Doch es gibt einen Haken, über den die Stadt diskutieren muss.
Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin im August konnte nicht gehalten werden – schuld daran sind Lieferschwierigkeiten. Das bestätigte Uwe Martens, der Leiter der Stadtpolizei, bei einer Besichtigung der Baustelle. Der Innenausbau des Ladenlokals in der Stiftstraße 9-17 hat noch nicht einmal begonnen.
Die alte Wache in der B-Ebene der Hauptwache war Ende vergangenen Jahres endgültig geschlossen worden. Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) machte bei der Besichtigung keinen Hehl daraus, wie es dort zuletzt aussah: „Für alle Mitarbeiter eine Zumutung“ – sowohl in räumlicher als auch in hygienischer Hinsicht. Eine anwesende Personalrätin bestätigte das und verriet, dass sie Rinn in den zurückliegenden Jahren immer wieder nach einem neuen Quartier gefragt hatte. „Wir haben dreieinhalb Jahre gesucht“, so die Stadträtin.
Seit der Schließung der alten Wache mussten die Beschäftigten im Streifendienst immer von der Kleyerstraße im Gallus ausrücken – mit entsprechend langen Anfahrtswegen in die City. Die Einsatzfahrzeuge wurden dabei teilweise als eine Art „mobile Wache“ genutzt.
Das neue Domizil kann sich sehen lassen: 346 Quadratmeter auf einer Ebene, barrierefrei, gut sichtbar – und deutlich besser als das frühere Kellerquartier. In dem Ladenlokal, in dem sich zuvor ein Modegeschäft befand, entstehen ein Empfangstresen, ein separates Schreib- und Vernehmungszimmer sowie weitere Räume für die Beschäftigten.
Strategisch liegt der neue Standort zwischen Hauptwache und Konstablerwache – also genau dort, wo viel los ist. Die Stadt hatte bei der Bekanntgabe des neuen Standorts Anfang des Jahres betont, dass die Wache in der Nähe des „Bermudadreiecks“ auch dem Wunsch der queeren Community nach mehr sichtbarer Polizeipräsenz in der Innenstadt Rechnung trage.
Der Mietvertrag für das Ladenlokal hat eine Laufzeit von 25 Jahren plus einer Option für weitere fünf Jahre. Den allgemeinen Umbau trägt der Vermieter – was sich laut Ordnungsamtsleiter Holger Habich allerdings auf die zu zahlende Miete auswirkt. Genauere Zahlen wollte Habich nicht nennen.
Und dann ist da noch die Sache mit den Öffnungszeiten – und die sorgt für Gesprächsstoff. Die bisherige Planung sieht laut Stadträtin Rinn gerade mal rund 30 Stunden pro Woche vor, und das ausschließlich von Montag bis Freitag. Bei Öffnung sollen „zwischen zwei und zehn Leute“ vor Ort sein.
Das klingt mager – vor allem, wenn man bedenkt, dass das „Bermudadreieck“ zu den Öffnungszeiten montags bis freitags noch kaum aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Wochenendabende, wenn in der Innenstadt richtig was los ist? Fehlanzeige.
Dazu kommt: Wegen laufender Bauarbeiten in der Stiftstraße werden in den ersten Monaten keine Parkplätze für die Einsatzfahrzeuge der Stadtpolizei zur Verfügung stehen. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen dann immerhin fünf Stellplätze reserviert werden.
Unterm Strich ist die neue Wache ein echter Schritt nach vorne für Frankfurt. Ein moderner, barrierefreier Standort direkt im Herzen der Stadt – das ist längst überfällig. Aber ob 30 Stunden die Woche reichen, um das Sicherheitsgefühl in der Innenstadt spürbar zu verbessern, das darf man ruhig laut hinterfragen. Wir bleiben dran – versprochen!


Im Museum Angewandte Kunst Frankfurt zeigt die Ausstellung „On Display



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