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Neue Fußklinik in Frankfurt: Was du über den Diabetischen Fuß wissen musst

Am Frankfurter Bürgerhospital eröffnete eine neue Klinik für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie. Alles über den Diabetischen Fuß und was die Klinik leistet.

Redaktion
·
27. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 59 Minuten

Frankfurt bekommt eine neue spezialisierte Fußklinik

Gute Nachrichten aus unserer Stadt: Am Frankfurter Bürgerhospital hat Anfang des Jahres eine neue, spezialisierte Klinik für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie ihre Türen geöffnet. Geleitet wird sie von Sebastian Fischer – Orthopäde und Fußchirurg mit Zusatzausbildungen für spezielle Unfallchirurgie sowie spezielle Fuß- und Sprunggelenkschirurgie. Fischer wechselte dafür von der BG Unfallklinik in Frankfurt ans Bürgerhospital, wo er übrigens schon Anfang der 2000er-Jahre als Student und Assistenzarzt gearbeitet hat. Eine echte Heimkehr also!

Behandelt werden dort orthopädische und unfallchirurgische Probleme des Fußes, degenerative Erkrankungen – und ganz besonders: der Diabetische Fuß. Denn genau hier lag bisher eine echte Versorgungslücke in Frankfurt.

Was ist der Diabetische Fuß – und warum ist er so gefährlich?

Klingt harmlos, ist es aber nicht: Der Diabetische Fuß ist eine ernste Komplikation, die vor allem Menschen mit Diabetes Typ 2 betrifft. In Deutschland leben etwa acht Millionen Menschen mit Diabetes Typ 2 – rund 250.000 von ihnen leiden unter einem Diabetischen Fußsyndrom. Und die Zahlen dahinter sind alarmierend: Bis zu 70 Prozent aller Fußamputationen, die nicht durch einen Unfall bedingt sind, gehen auf eine Diabeteserkrankung zurück.

Das Hauptproblem steckt in den sogenannten Sensibilitätsstörungen – also einer Polyneuropathie –, die der Diabetes mit sich bringt. Wer keinen Schmerz spürt, läuft falsch und zu viel. Das führt über die Jahre zu teils gravierenden Schäden an Gelenken und Knochen. „Teilweise bekommt man groteske Deformationen zu sehen und man fragt sich als Behandler schon mal, wie ein Mensch mit diesen Füßen überhaupt herumlaufen kann. Aber der Patient hat eben kein Krankheitsbewusstsein, weil ihm nichts wehtut“, erklärt Fischer.

Besonders tückisch: Viele Betroffene suchen gar keinen Arzt auf – weil es schlicht nicht wehtut. Nicht jede Hausarztpraxis hat dabei automatisch den Blick für das Geschehen am Fuß, so Fischer. Oft ist der Diabetische Fuß deshalb ein reiner Zufallsbefund.

Eine seltene, aber schwere Komplikation: Der Charcot-Fuß

Eine besonders dramatische Verlaufsform ist der sogenannte Charcot-Fuß. Dabei kommt es zu einer starken Mehrdurchblutung, einer hochentzündlichen Situation und letztlich zum Abbau von Knochen. Mineralsalze werden ausgewaschen, extreme Fehlstellungen entstehen – und in manchen Fällen bohren sich sogar Knochenfragmente durch die Haut. In solchen Situationen geht es laut Fischer zunächst darum, den Fuß vollständig zur Ruhe zu bringen: Rollator oder Rollstuhl für mehrere Monate, keine Belastung. Operationen werden während der entzündlichen Phase möglichst vermieden.

Enge Zusammenarbeit im Bürgerhospital

Ein großer Vorteil der neuen Klinik: Sie arbeitet eng mit dem ebenfalls am Bürgerhospital ansässigen Interdisziplinären Zentrum Diabetischer Fuß (DDG) zusammen. Das Bürgerhospital ist eines von nur 15 Exzellenzzentren für Diabetes in ganz Deutschland. Bisher mussten Diabetes-Patienten, die einen fußchirurgischen Eingriff benötigten, ans Haus an andere Kliniken verwiesen werden. Das ist jetzt Geschichte.

Wann eine OP sinnvoll ist – und wann nicht

Neben dem Diabetischen Fuß behandelt die neue Klinik auch Sportverletzungen wie Achillessehnenrisse, Sprunggelenkbrüche, angeborene Fehlstellungen oder altersbedingten Verschleiß. Die Operationsverfahren selbst sind laut Fischer oft fast 100 Jahre alt – was sich jedoch stark verändert hat, sind die Materialien: Schrauben, Drähte und Platten aus Titan, feinere Implantate und kleinere Zugänge machen Eingriffe heute schonender.

Wichtig für Fischer: Nicht immer ist eine Operation die beste Antwort. Gerade bei älteren Menschen könne es sinnvoller sein, in Bewegung zu bleiben und eine gewisse Einschränkung in Kauf zu nehmen, statt eine lange Auszeit nach einem Eingriff zu riskieren. „Es ist einfacher, sich zu einem Eingriff hinreißen zu lassen, als zu sagen: Ich glaube nicht, dass ich mit einer Operation weiterhelfen kann“, sagt er offen.

So schützt du deine Füße – Tipps vom Experten

  • Bei Kindern: Füßen ausreichend Platz geben und die Fußmuskulatur durch Bewegung aktivieren – nicht einfach reflexartig Einlagen verschreiben lassen.
  • Bei Erwachsenen: Fußgymnastik und Stabilitätsübungen machen, Füße flexibel halten und dehnen.
  • Allgemein: Mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Füße! Wer Diabetes hat, sollte regelmäßig den Fuß auf Veränderungen checken lassen.

Die neue Klinik am Bürgerhospital ist ein echter Gewinn für Frankfurt – und ein wichtiges Signal: Unsere Füße verdienen mehr Aufmerksamkeit. Also: Schau mal nach unten! 👣

Quellen


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