
Larissa Eifler aus Alsfeld holt WM-Gold im Säbelfechten – als erste Deutsche überhaupt in dieser Disziplin.
Was für eine Geschichte! Larissa Eifler aus Alsfeld im Vogelsberg hat bei der Fechten-WM in Hongkong Gold im Säbelfechten geholt – und damit nicht nur sich selbst, sondern das gesamte deutsche Fechten in die Geschichtsbücher katapultiert. Denn: Im Säbelfechten der Frauen gab es noch nie WM-Gold für Deutschland. Historisch, und das im wahrsten Sinne des Wortes!
Dabei war die 27-Jährige alles andere als der große Favorit. Nicht unter den Top 30 der Weltrangliste, noch vier Wochen vor der WM mit einem frühen Aus in der ersten K.o.-Runde der Europameisterschaft – die Prognosen nahezu aller Experten sprachen eine klare Sprache. Eifler ließ sie links liegen. „Das ist der größte Erfolg meiner Karriere“, sagte sie tags darauf im Gespräch mit dem hr-sport. Und das schmecke – ihre eigenen Worte – „süß“.
Auf dem Weg zum WM-Titel zeigte Eifler Nerven aus Stahl. Sie bezwang unter anderem Olympiasiegerin Manon Apithy aus Frankreich. Im Finale traf sie dann auf Sara Balzer – ebenfalls aus Frankreich – und gewann mit 15:10. Aber so einfach war das nicht: Zwischenzeitlich lag sie mit 0:5 und 1:6 im Rückstand. In diesem Moment, gab Eifler offen zu, glaubte sie kaum noch an den großen Wurf. Doch dann kam das Entscheidende: „Ich habe es mir eingeredet.“ Mentale Stärke als Schlüssel zum Triumph.
Was machte diesmal den Unterschied? Eifler selbst beschreibt es so: „Ich habe nicht so die krasse Anspannung wie sonst gespürt, sondern hatte eine positive Stimmung. Das hat geholfen, meine Leistung abzurufen.“ Ruhig bleiben, sich selbst vertrauen – und am Ende Gold. Einfach stark!
Larissa Eiflers Geschichte beginnt in Lauterbach im Vogelsbergkreis, wo sie geboren wurde. Aufgewachsen ist sie in Romrod und Alsfeld, dort begann auch ihre Fecht-Karriere. Später war sie in Wetzlar aktiv, ehe sie mit 16 Jahren den großen Schritt wagte und aufs Sportinternat nach Dormagen in Nordrhein-Westfalen wechselte – einem der wichtigsten Fechtzentren Deutschlands. Elf Jahre später erntet sie die Früchte dieser Entscheidung.
Der WM-Titel ist für sie daher kein Zufallstreffer, sondern die Bestätigung „des ganzen Weges in meiner Karriere“, wie sie selbst sagt. Eifler ist Sportsoldatin und studiert nebenbei Psychologie in Köln – das mentale Rüstzeug, das sie im Finale so eindrucksvoll gezeigt hat, kommt also nicht von ungefähr.
Für das deutsche Fechten insgesamt war es übrigens das erste Einzel-Gold bei einer WM seit 16 Jahren. Ein echter Brustlöser für die gesamte Sportart in Deutschland!
Nach dem WM-Titel gönnt sich Eifler keine lange Verschnaufpause. Direkt im Anschluss steht in Hongkong der Teamwettbewerb auf dem Programm. Ihre Prognose? „Wir stehen in der Weltrangliste nicht so gut da, aber unsere Ziele sind hoch.“ Eine Ausgangslage, die sie ja inzwischen bestens kennt – und meistert. Wir drücken die Daumen, Larissa!


Das „Ensemble in transition



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