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Königsteiner Kurpark wird zum Schwamm: So soll der Park fit für die Zukunft werden

Der Kurpark Königstein wird klimafit umgestaltet: Mit einer 500-Kubikmeter-Zisterne, Mulden und neuer Bepflanzung wird er zum Schwamm gegen Trockenstress.

Redaktion
·
10. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Trockenstress im Herzen von Königstein

Gelblich-braune Blätter, kahle Kronen, gerissene Rinden – der Kurpark in Königstein leidet. Der Klimawandel macht dem jahrhundertealten Baumbestand mächtig zu schaffen. Wer zuletzt durch den Park geschlendert ist, hat es sicher selbst gesehen: Hier muss dringend etwas passieren. Und genau das passiert jetzt!

Johannes Wolf, Freiraumplaner vom Kronberger Gartenarchitekturbüro Viaverde, erklärt das Problem: Trockenstress ist ein echter Teufelskreis. Verlieren die Bäume im Sommer ihre Blätter, fehlt die Beschattung. Die Rinden bekommen „Sonnenbrand“ und reißen auf – Pilze und Parasiten nutzen die Chance. Am Ende leiden auch die Nachbarbäume darunter. Besonders bitter: Einige Bäume im Kurpark sind jahrhundertealt. Die älteste Esskastanie wird auf fast 400 Jahre geschätzt. Eine lebende Legende – und die soll gerettet werden!

Der Plan: Königstein wird zum Schwamm

Ab sofort wird der Kurpark grundlegend umgestaltet – als Teil des Großprojekts der neuen Königsteiner Stadtmitte. Der Kern der Idee: Der Park soll Wasser speichern und großflächig verteilen, statt es in die Kanalisation fließen zu lassen. „Wir bekommen hier Wasser in Hülle und Fülle“, verspricht Planer Wolf – „und zwar für den Park, nicht für die Kanalisation.“

Das klingt gut – aber wie genau funktioniert das? Mit einem ausgeklügelten System aus Zisternen, Bodenmodellierungen, Mulden und Rinnen. Der absolute Clou: Ab Oktober wird hinter dem Kurhaus eine riesige Zisterne versenkt, die fast 500 Kubikmeter Wasser fasst. Zusätzlich wird gebrauchtes Wasser aus dem Kurbad gereinigt und dem Park zur Weiterverwendung zugeführt. So wird jeder Tropfen sinnvoll genutzt!

Neue Bepflanzung, neue Wege, neue Chance

Neben der Wasserversorgung setzt die Umgestaltung auf klimaangepasste Bepflanzung. Heimische und nicht heimische Baum-, Strauch- und Staudenarten werden gepflanzt, die ohne Bewässerung durch Menschenhand auskommen sollen. „Es wird ein großes Potpourri an Bäumen geben, die zu jeder Jahreszeit etwas zum Schauen bieten“, freut sich Wolf.

Auch die Hauptwege werden klimafit gemacht: Der Splitt, den Starkregen regelmäßig wegspült, wird durch einen mit Epoxidharz versetzten Asphalt ersetzt. Dieser bietet besten Grip, ist befahrbar und durch barrierefreie Rinnen unterbrochen, die Regenwasser direkt ins Grün leiten. Und damit sich der Park im Sommer nicht unnötig aufheizt, werden die Wege in hellem Farbton gehalten – so wird das Sonnenlicht reflektiert.

Geschichte trifft Zukunft

Der Kurpark entstand um 1860 als Landschaftsgarten der Villa Borgnis – geplant von Heinrich Siesmayer. Stadtarchivarin Dr. Alexandra König berichtet: 1927 wurde die Anlage als Kurpark für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die Villa Borgnis wurde zum „Kurhaus“. Im kommenden Jahr kann Königstein also 100 Jahre Kurhaus feiern – ein Grund mehr, den Park jetzt in neuem Glanz erstrahlen zu lassen!

Bei der Neugestaltung gibt es allerdings strenge Auflagen der Denkmalbehörde zu beachten. Der Park soll wieder stärker an die ursprüngliche Planung Siesmayers angepasst werden – ohne seine gewachsene Natürlichkeit zu verlieren. Historische Blickachsen werden wiederhergestellt, Artenvielfalt und Klimaresilienz kommen trotzdem nicht zu kurz. Gartendenkmalpflege ist eben keine leichte Aufgabe!

Und was ist mit dem laufenden Betrieb?

Keine Sorge: Stadtsprecherin Stefanie Wagenknecht verspricht, dass der Park während der gesamten Bauarbeiten nie komplett gesperrt sein wird. Kur- und Stadtinformation sowie Ordnungsamt bleiben immer erreichbar. Los geht es in dieser Woche mit der Sperrung des sogenannten „Herzogsecks“ – Brunnen und das Modell der historischen Burg Königstein werden dabei abgedeckt und gesichert.

Auch die Sanierung des Kurhauses schreitet voran: Im Einvernehmen mit dem Gastronomen soll laut Gerd Böhmig, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen, Umwelt, Bauen, am 1. Juli kommenden Jahres der Betrieb aufgenommen werden. Der Kurpark Königstein bekommt also eine echte Frischzellenkur – und das Main-Gebiet darf gespannt sein, was hier entsteht. Das ist der Sound der Weltstadt – nachhaltig, regional, zukunftsstark!

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