Kickers Offenbach kämpft vor dem Spiel bei KSV Hessen Kassel mit Personalnot auf beiden Außenpositionen. Wer ersetzt Marx und Arh Cesen?
Kickers Offenbach, aktuell ungeschlagener Spitzenreiter in der Regionalliga, steht vor dem Auswärtsspiel beim KSV Hessen Kassel (Freitag, 19 Uhr) vor einer kniffligen Personalfrage. Trainer Mark Zimmermann muss auf beiden Außenpositionen womöglich neu planen – und das ist alles andere als einfach.
Nach dem 3:2-Heimsieg gegen Steinbach häufen sich die Sorgen: Stammkraft Kristjan Arh Cesen fehlte bereits verletzt, seine Probleme in der Kniekehle wurden per Spritze behandelt. Ob er in Kassel spielen kann, entscheidet sich kurzfristig. Und dann kam es noch dicker: Rechtsaußen Jan Hendrik Marx sah kurz vor Schluss Gelb-Rot und fehlt in Kassel gesperrt.
Zimmermann hat eigentlich klare Prinzipien: Kein großer Wechselbetrieb, kein Durcheinander. „Verschiebebahnhof“ – das Wort hat der 52-Jährige selbst benutzt, um zu beschreiben, was er nicht will. Doch die Situation zwingt ihn jetzt genau dazu. Marx ist der einzige Spieler im Kader mit echter Erfahrung auf der rechten Schiene. Als Ersatz käme Jayson Breitenbach infrage, dem Zimmermann die nötige Dynamik mit Ball am Fuß zutraut. Ist Arh Cesen dabei, rückt Breitenbach nach rechts. Ist er es nicht, wird’s kompliziert.
Denn Bastian Frölich, der zur Not rechts einspringen könnte, ist in der Dreierkette gesetzt und dort unverzichtbar. Links fallen Ronny Marcos und Faris El Ouali weiterhin verletzungsbedingt aus – beide standen diese Saison noch kein einziges Mal im Kader.
Theoretisch hätte Zimmermann noch zwei weitere Optionen: die Trainingsgäste Onur Ünlücifci und Dominik Wanner, beide mit OFC-Vergangenheit. Ünlücifcis Vertrag bei den Kickers ist ausgelaufen, nach einer Operation im Leistenbereich trainiert er aktuell mit dem Team. Sobald er bei 100 Prozent ist, soll es Gespräche geben – das kann laut Klub nicht mehr lange dauern. Wanner war von 2022 bis 2024 für den OFC aktiv und hält sich derzeit in Offenbach fit, nachdem er zuletzt in den USA beim Zweitligisten Sacramento FC gespielt hatte.
Realistisch bleibt also die Frage: Bekommt Nathan Doganay (19) erneut eine Chance von Beginn an? Oder rückt Mohamadaziz Abdelhadi eine Position nach vorne, sodass Frölich, Jakob Lewald und Dominik Crljenec die Dreierkette bilden – so wie es in der Schlussphase gegen Steinbach bereits kurzzeitig zu sehen war?
Zimmermann spricht selbst von einem „wohl emotionalen“ hessischen Nord-Süd-Gipfel. Und er weiß: Kassel setzt auf offensive Außenverteidiger und spielt viel über die Flügel. Genau dort, wo der OFC gerade am verwundbarsten ist. Hessen Kassel steht auf Platz 12, hat seine sechs Saisonpunkte bisher alle zu Hause geholt – kein gutes Omen für einen Auswärtsbesuch der Kickers.
Offenbach ist noch ungeschlagen und will das bleiben. Um für das Freitagsspiel bestmöglich vorbereitet zu sein, nutzten die Kickers sogar eine Kältekammer zur Regeneration – bei minus 110 Grad. Harte Maßnahmen für ein hartes Spiel. Jetzt reinhören und mitfiebern – der Sound der Weltstadt begleitet euch durch die spannendste Phase der Regionalliga-Saison!






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