
New York trifft Sachsenhausen: „27 Bagel
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Jordis Kleid ist Frankfurts Sanierungsmanagerin in Sossenheim und hilft Bürgerinnen und Bürgern kostenlos beim Klimaschutz – mit Solar, Wärmepumpe und mehr.
Was klingt wie der Titel eines Superheldenfilms, ist in Sossenheim gelebte Realität: Seit Mai gibt es dort eine Sanierungsmanagerin, die den Stadtteil Schritt für Schritt klimafit machen will. Jordis Kleid, 28 Jahre alt, mit Architektur-Bachelor und einem Master in „Zukunftssicheres Bauen“, hat ihr Büro in der Schaumburger Straße 2 aufgeschlagen – und empfängt dort alle, die Fragen rund um Energie und Gebäudesanierung haben. Der Sound der Weltstadt beginnt eben manchmal ganz leise, im Quartiersbüro eines Frankfurter Stadtteils.
Warum ausgerechnet Sossenheim? Seit 2023 trägt der Stadtteil offiziell den Titel „Klimaquartier“ – als Pilotprojekt, das Schule machen soll für ganz Frankfurt. Wegen seines dörflichen Charakters und seines großen Potenzials für energetische Sanierung wurde Sossenheim ausgewählt. Allerdings verlief der Start schleppend, die Resultate waren nicht so, wie die Stadt es sich erhofft hatte. Deshalb übernahmen das Klimareferat der Stadt Frankfurt und sein Partnerverein Energiepunkt das Sanierungsmanagement – gefördert von der KfW – und schickten Jordis Kleid ins Rennen.
Ihre Mission ist klar: „Es geht darum, die Stadt an den Klimawandel anzupassen, indem wir auf erneuerbare Energie und auf energetische Sanierung setzen – dabei möchte ich den Bürgerinnen und Bürgern zur Seite stehen.“ Und das Bedürfnis ist da! Wer ins Büro kommt, fragt oft als Erstes nach Photovoltaik. Sonnenstrom ist bei den Sossenheimern heiß begehrt.
Jordis Kleid macht keinen Hehl daraus, dass es noch viel zu tun gibt – bundesweit und lokal. Die Sanierungsquote liegt aktuell deutlich unter einem Prozent der Gebäude jährlich. Dabei müsste sie bei drei bis vier Prozent liegen, um die Klimaziele überhaupt noch zu erreichen. Für jedes Jahr, das darunter liegt, wächst der Rückstand. Dazu kommen reduzierte Fördermittel und unübersichtliche Vorschriften, die viele verunsichern – und dazu verleiten, erst mal bei der Gasheizung zu bleiben. „Aber dann ist es vielleicht zu spät“, warnt die Sanierungsmanagerin.
Ihr persönlicher Antrieb? „Ich mag es, Sachen zu optimieren. Ich finde es sinnstiftend, Menschen von der Sanierung zu überzeugen – weil es gut für sie ist.“ Denn: Das Gebäude gewinnt an Wert, der Wohnkomfort steigt – und der CO₂-Ausstoß sinkt. Win-win-win!
Wer nicht selbst ins Büro kommt, den sucht Jordis Kleid auf. Sie verteilt Flugzettel, lädt zu Beratungsterminen ein und organisiert Spaziergänge zu Sossenheimern, die schon Solaranlagen oder Wärmepumpen installiert haben. Das Angebot ist vielfältig:
Nächste Zukunftspläne: Ein Trinkbrunnen mit Wasservernebelung auf dem Sossenheimer Kirchberg ist für nächstes Jahr geplant, und langfristig soll sogar Nahwärme durch Geothermie möglich werden.
Ob ökologisches Bewusstsein oder einfach zu hohe Strom- und Heizkostenrechnungen – die Motive der Sossenheimerinnen und Sossenheimer sind verschieden. Aber das Ziel ist dasselbe: „Sie wollen eine zukunftsfähige Lösung – sie wollen Klimaschutz“, sagt Jordis Kleid. Und genau dabei ist sie zur Stelle. Das beste Programm im Main-Gebiet beginnt manchmal nicht im Studio, sondern in einem Quartiersbüro in Sossenheim. Schaut vorbei, fragt nach – und macht mit!

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