Friedberg bekommt nach acht Jahren endlich wieder ein Kino! Sechs Säle, 540 Sitzplätze und 160.000 erwartete Besucher pro Jahr – alle Infos zum Neubau hier.
Gute Nachrichten aus der Wetterau – und die dürften viele Filmfans in der Region freuen! Friedberg bekommt wieder ein Kino. Acht Jahre lang war die Stadt ohne eigene Leinwand, doch jetzt hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig grünes Licht gegeben: Ein Neubau mit gleich sechs Sälen kommt! Der Sound der Weltstadt reicht bis in die Wetterau – und auch dort wächst die Lust auf großes Kino-Erlebnis.
Den entscheidenden Anstoß gab der Hessische Rundfunk. Vor einem Jahr war die hessenschau-Redaktion drei Wochen lang mit einer Pop-up-Redaktion in Friedberg vor Ort und sammelte in hunderten Gesprächen, was die Menschen dort wirklich bewegt. Dabei kristallisierte sich ein Thema ganz besonders heraus: Das fehlende Kino. Bürgermeister Kjetil Dahlhaus (parteilos) erinnert sich: „Wir hatten die hessenschau hier vor Ort, und die haben Themen gesammelt, was hier in Friedberg alles so gewünscht wird. Da war das Kino ganz weit oben.“
Bereits 2019 wollte Friedberg ein neues Kino bauen – doch das Projekt scheiterte damals an einem fehlenden Betreiber. Jetzt, nach dem medialen Rückenwind durch die Pop-up-Redaktion, läuft es anders. Dahlhaus zeigte sich nach der Abstimmung begeistert: „Es ist echt wunderbar, dass Friedberg einstimmig beschlossen hat, wir wollen das Kino, wir brauchen das Kino.“
Das neue Kino entsteht nicht alleine – es wird Teil eines größeren Bauprojekts. Das marode City-Parkhaus in der Alten Bahnhofstraße, das in Friedberg seit Jahren als ausgesprochen hässlich und baufällig gilt, soll abgerissen werden. An seiner Stelle entsteht ein moderner Neubau: 350 Parkplätze, breiter als zuvor, dazu E-Ladesäulen, automatische Kennzeichenerkennung und Photovoltaik-Module auf dem Dach – die auch das Kino mit Strom versorgen sollen.
Die Kosten: 7,7 Millionen Euro für das Kino, 12 Millionen Euro für das Parkhaus, das die Stadtwerke finanzieren sollen. Markus Erdmann, Projektleiter bei den Friedberger Stadtwerken, erklärt, warum die Kombination Sinn ergibt: „Leute suchen heutzutage nicht nach dem Film an sich, sondern sie wollen moderne Bestuhlung, moderne Soundsysteme, große Leinwände, gutes Audio – man sucht mehr das Erlebnis, als den Film an sich.“ Wer ins Kino kommt, parkt – und wer parkt, kommt vielleicht auch zum Shoppen. Das bedingt sich gegenseitig.
Das neue Kino soll sechs Säle mit insgesamt 540 Sitzplätzen bieten. Eine Machbarkeitsstudie hat errechnet, dass das Kino jährlich rund 160.000 Besucher anziehen könnte. Zwei große Säle sind für Blockbuster geplant, die kleineren Säle sollen auch für Arthouse-Produktionen und kleinere Filmproduktionen genutzt werden.
Für Bürgermeister Dahlhaus ist das Projekt mehr als nur ein Freizeitangebot – es ist ein wichtiger Impuls für die gesamte Stadtentwicklung. Friedberg hatte mit dem Abzug amerikanischer Soldaten im Jahr 2007 einen erheblichen Teil seiner Kaufkraft eingebüßt. Das neue Kino soll die Innenstadt beleben und neue Besucherströme in die Stadt bringen.
Die Planung schreitet zügig voran. Im kommenden Monat soll die Ausschreibung für den Kino-Betreiber veröffentlicht werden. Das Planungsverfahren ist für 2027 vorgesehen, der Abriss des alten City-Parkhauses soll spätestens bis Oktober 2028 abgeschlossen sein. Der gesamte Neubau – Kino und Parkhaus – soll dann spätestens 2031 fertiggestellt sein.
Friedberg macht’s vor: Mit Mut zur Investition und echtem Bürgerwillen kann eine Stadt ihre Infrastruktur zurückgewinnen. Wir von Radio Frankfurt freuen uns auf das Kino-Comeback in der Wetterau – und halten euch auf dem Laufenden!






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