
Das Hot Printing Festival in Offenbach 2026 bricht alle Rekorde: 90 Stände, freier Eintritt und jede Menge Druckkunst am 22. und 23. August am Klingspor Museum.
Das Klingspor Museum in Offenbach wird dieses Wochenende wieder zum Hotspot für alle, die Druckkunst lieben – oder sie endlich kennenlernen wollen. Das Hot Printing Festival geht in die nächste Runde und ist dabei größer als je zuvor: 90 Stände warten auf Besucherinnen und Besucher – ein neuer Rekord! Zum Vergleich: 2024 waren es noch 60 Stände und rund 2.500 Gäste. Das Wachstum des Festivals zeigt, wie lebendig die Druckszene wirklich ist.
Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, ist das Hot Printing Festival mittlerweile in seiner dritten Ausgabe angekommen – und wächst beständig. Neu in diesem Jahr ist nicht nur die Rekordzahl an Ausstellenden, sondern auch das vielfältige Programm rund um Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und Lesungen. Die Kreativen selbst entscheiden, in welcher Form sie ihre Techniken teilen – und das sorgt für echte Abwechslung.
Auf Papier, Stoff oder Stein – gedruckt wird auf alles. Von Holz über Glasplatten bis hin zum Tetrapack ist alles dabei. „Es ist ein vielfältiges Miteinander von Menschen, Kollektiven, Werkstätten, die sich irgendwie mit dem Thema Drucken beschäftigen“, erklärt Festivalinitiatorin und Museumsleiterin Dorothee Ader.
Dass das Festival ausgerechnet in Offenbach stattfindet, ist kein Zufall. Die Stadt hat eine tief verwurzelte Drucktradition: Im 18. Jahrhundert etablierte sich hier die Lithographie – das Drucken mit Stein auf Papier. 1904 gründeten die Brüder Karl und Wilhelm Klingspor eine Schriftgießerei, die bis in die 1950er Jahre Bleilettern für den Buchdruck produzierte. „Von Offenbach ausgehend ist unheimlich viel im Bereich Schrift, Typografie, Bleisatz, Druck in die Welt gegangen, und das möchten wir am Leben halten“, so Ader. Das Festival ist also nicht nur ein Event – es ist ein Bekenntnis zur kulturellen Identität der Region.
Auch Dominik Gußmann, der die Druckwerkstatt im Bernardbau leitet, freut sich auf neue Eindrücke. Obwohl er selbst täglich mit Pressen und Techniken arbeitet, entdeckt er beim Festival Neues – zum Beispiel die Fotoradierung mittels Fotopolymerplatten, die ein Tiefdrucker live vorführen wird.
Die Offenbacher Künstlerin Marina Kampka ist von Anfang an mit ihrem Studio pari-pari dabei. Aktuell arbeitet sie mit Knete und Stempelkissen, um dreidimensionale Formen flach auf Papier zu bringen – für sie steckt in jeder Drucktechnik ein Stück Magie. Und die Frankfurterin Ina Hengstler hält einen Vortrag über ihre Reise nach Japan und Südkorea, auf der sie Methoden wie Bleisatz, Papierschöpfen und Buchbinden erforschte. Ihr Fazit: In einer zunehmend digitalisierten Welt wächst die Sehnsucht, etwas mit den Händen zu schaffen und zu begreifen.
„Wenn man genug Zeit hat, kann man Rucksäcke voll mit Material packen“, verspricht Initiatorin Dorothee Ader. Das Hot Printing Festival richtet sich an erfahrene Druckerinnen und Drucker genauso wie an Neugierige und Familien. Workshops, Mitmachangebote und jede Menge Inspiration – dieses Wochenende in Offenbach solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Der Sound der Weltstadt klingt dieses Mal nach dem Rattern alter Druckpressen – und das ist verdammt gut so!






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