
Hitzewelle in Frankfurt: Nachbarn helfen Älteren beim Einkaufen, in Griesheim entsteht ein Arbeitskreis. So zeigt die Stadt, was echte Gemeinschaft bedeutet.
Draußen flimmert die Luft, die Temperaturen klettern auf Rekordwerte – und Frankfurt erlebt gerade seine vierte Hitzewelle dieses Sommers. Doch in der Stadt am Main passiert etwas Schönes: Die Menschen rücken zusammen. Während wir in einem früheren Beitrag schon berichtet haben, wie der Sommer 2026 auch abseits der Hitze für unvergessliche Momente sorgt – etwa beim Eppsteiner Kinosommer auf der Burg –, zeigt sich jetzt eine ganz andere, mindestens genauso bewegende Seite des Frankfurter Sommers: gelebte Nachbarschaftshilfe.
Alex wohnt in einem Mehrfamilienhaus im Frankfurter Stadtteil Ostend. Bevor er zum Supermarkt aufbricht, klingelt er kurz beim fast 90-jährigen Nachbarn. „Soll ich Ihnen wieder etwas mitbringen?“ Der Senior lächelt verlegen, drückt ihm einen Einkaufszettel in die Hand und bittet noch darum, auf reife Avocados zu achten. Eine kleine Geste – und doch so viel mehr.
Es ist nicht das erste Mal, dass Alex für seinen Nachbarn einkauft. Und er ist bei weitem nicht der Einzige, der so handelt. In vielen Frankfurter Häusern spielen sich ähnliche Szenen ab: Jüngere Menschen helfen Älteren, die sich bei der extremen Hitze kaum noch aus der Wohnung trauen, beim Einkaufen, beim Gassigehen mit dem Hund oder einfach mit einem kurzen Check-in an der Tür.
Besonders aktiv ist das genossenschaftliche Hausprojekt „Kolle“ in der Schöffenstraße 9b in Griesheim. Dort hat sich eigens ein Arbeitskreis gegründet, der gemeinsam mit Expert:innen konkrete Maßnahmen entwickelt hat. Kein Wunder: Griesheim gilt als einer der am stärksten von der Hitze betroffenen Stadtteile Frankfurts, wo viele ärmere Menschen leben.
Die erarbeiteten Ideen sind so einfach wie wirkungsvoll:
Neben älteren Menschen sind obdachlose Personen aktuell besonders stark bedroht. Die Diakonie Frankfurt und Offenbach macht deshalb noch einmal deutlich: Für Menschen ohne Dach über dem Kopf kann die Hitze lebensgefährlich werden. Straßensozialarbeiter:innen sind daher besonders aufmerksam unterwegs, verteilen Wasser, Sonnencreme und Kappen und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfe.
Wer unterstützen möchte, kann Geldspenden an den Evangelischen Regionalverband Frankfurt und Offenbach leisten – IBAN DE11 5206 0410 0104 0002 00, Verwendungszweck „Hitzehilfe“. Auch Sachspenden wie Kleidung und Hygieneartikel werden dringend gebraucht.
Falls du selbst Unterstützung brauchst oder anderen helfen willst, findest du hier die richtigen Anlaufstellen:
Ob Kinoabend unter Sternenhimmel oder Einkauf für den betagten Nachbarn – Frankfurt beweist in diesem Sommer auf vielen Ebenen, was echte Gemeinschaft bedeutet. Schau auf deine Nachbarn, bleib cool und haltet zusammen. Das ist der Sound der Weltstadt!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.