
Die Casteller Straße in Diedenbergen soll grundhaft erneuert werden: Zwei Varianten sehen breitere Gehwege und weniger Parkplätze vor.
Die Casteller Straße in Diedenbergen sorgt schon seit Jahrzehnten für Diskussionsstoff. Jetzt gibt es endlich konkrete Pläne für eine grundhafte Erneuerung – und die haben es in sich. Weniger Parkplätze, breitere Wege und mehr Platz für alle Verkehrsteilnehmer. Wir verraten euch, was geplant ist!
Um zu verstehen, warum das Thema so brisant ist, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Bereits 1998 bekam Diedenbergen im Rahmen des Hessischen Dorferneuerungsprogramms eine Förderzusage. 1999 startete das Projekt mit einer Bürgerversammlung in der Kirche – damals war Horst Schaper (SPD) Ortsvorsteher. Eines der zentralen Ziele: die Verkehrsbelastung in der Casteller Straße reduzieren und den Durchgangsverkehr beruhigen.
Was dabei herauskam, kennen alle Diedenberger: ein Kreisel in Richtung Autobahnauffahrt – und ein spezielles Pflaster in der Ortsmitte, das den historischen Charakter des Platzes betonen sollte. Nach der Verlegung 2005 wurde das gut gemeinte Pflaster jedoch schnell zu den sogenannten „Steinen des Anstoßes“. Die Steine lösten sich immer wieder, jedes vorbeifahrende Auto sorgte für nervigen Lärm. Noch 2018 reklamierte der Ortsbeirat das Problem. Passiert ist seitdem – zu wenig.
In der jüngsten Ortsbeiratssitzung wurde klar: Der Magistrat will das Problem diesmal wirklich an der Wurzel packen. Geplant ist eine grundhafte Erneuerung der Casteller Straße inklusive des Einmündungsbereichs der Weilbacher Straße. Der alte Pflasterbelag soll weg. Wichtig zu wissen: Eine grundhafte Erneuerung bedeutet auch, dass Anlieger mit finanziellen Beiträgen rechnen müssen – das machte Stadtrat Wulf Baltruschat (CDU) von Anfang an deutlich.
Rathausmitarbeiterin Alisa Benner stellte zwei konkrete Varianten vor. Beide haben eines gemeinsam: mehr Platz für Fußgänger – und weniger Parkplätze. Aktuell gibt es im untersuchten Bereich 53 öffentliche Stellplätze. Bis zu 47 Prozent davon werden von Langzeitparkern belegt.
In der ersten Variante werden die Gehwege auf eine Mindestbreite von einem Meter verbreitert – rollstuhlgerecht! Die Parkflächen werden versetzt und durch Begrünungselemente begrenzt. Das Ergebnis: Statt 53 bleiben nur noch 26 Stellplätze übrig. Außerdem soll die Bushaltestelle zwischen Friedhofsweg und Dachsweg so verlegt werden, dass sie künftig in beide Richtungen direkt gegenüberliegt.
Die zweite Variante geht einen anderen Weg. Auf Höhe der Casteller Straße 74 soll eine zusätzliche Ampel entstehen, die eine wechselweise einspurige Verkehrsführung bis zur bestehenden Ampel an der Einmündung Wildsachsener Straße ermöglicht. Da die Fahrbahn dann nur noch 3,75 Meter breit sein muss, können die Bürgersteige deutlich wachsen. Auch hier: Am Ende bleiben nur 26 Stellplätze plus ein barrierefreier Platz.
Zusätzlich wurde ein sogenannter „Shared Space“ geprüft – ein Bereich, in dem alle Verkehrsteilnehmer den niveaugleichen Straßenraum gleichberechtigt nutzen. Diese Idee kam im Ortsbeirat allerdings nicht besonders gut an.
Beide Varianten sind noch nicht in Stein gemeißelt. Über die Pläne soll weiter diskutiert werden – und zwar auch mit den Diedenbergerinnen und Diedenbergern selbst. „Wir haben noch sehr, sehr viele Fragen“, machte André Seuberth (FWG) bereits deutlich. Der Ortsbeirat begrüßt das Projekt grundsätzlich, besteht aber darauf, dass die Bürger von Anfang an eingebunden werden. Im Herbst soll es ein erstes Arbeitsgespräch geben, zu dem die Stadt einladen wird.
Eines ist klar: Die Casteller Straße steht vor einem echten Neustart. Wir bleiben für euch dran und halten euch auf dem Laufenden – hier bei Radio Frankfurt, dem Sound der Weltstadt!






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