
Ackerland in Frankfurt kostet im Schnitt 83.351 Euro pro Hektar – mehr als viermal so viel wie der hessische Durchschnitt. Was steckt hinter den Spitzenpreisen?
Banken, Hochhäuser, Immobilienpreise – das kennt ihr. Aber wusstet ihr, dass Frankfurt auch beim Ackerland ganz vorne mitspielt? Laut dem Hessischen Statistischen Landesamt wurden landwirtschaftlich genutzte Flächen in der Mainmetropole im Jahr 2025 zu den höchsten Preisen in ganz Hessen gehandelt. Kein Witz: Hier ist selbst der Acker ein Luxusgut!
Wer in Frankfurt Agrarland kaufen will, muss tief in die Tasche greifen. Im Schnitt kostet ein Hektar landwirtschaftliche Fläche dort gerade einmal 83.351 Euro. Klingt viel? Ist es auch – denn der hessische Durchschnitt liegt bei gerade mal 18.725 Euro je Hektar. Frankfurt liegt damit mehr als viermal so hoch wie der Landesschnitt. Auf Platz zwei folgt die Stadt Offenbach mit 60.735 Euro je Hektar – auch das noch weit über dem Mittelwert.
Die Erklärung ist eigentlich simpel: Freie Flächen im Ballungsraum Rhein-Main sind rar. Landwirtschaft, Infrastruktur, Naturschutz und Wohnungsbau kämpfen um jeden Quadratmeter. Wer da ein Stück Ackerland besitzt, sitzt buchstäblich auf einem Schatz.
Landesweit wurden 2025 insgesamt 4.281 Kauffälle erfasst. Die verkaufte Fläche summierte sich auf rund 3.005 Hektar, der Gesamtwert aller Transaktionen lag bei etwa 56 Millionen Euro. Gegenüber 2024 – damals kostete ein hessischer Hektar noch durchschnittlich 18.120 Euro – sind die Preise leicht gestiegen.
Interessant ist auch, wie gehandelt wird: Im Schnitt wechselten je Kaufvertrag nur 0,7 Hektar den Besitzer. Fast 82 Prozent aller Transaktionen betrafen Flächen unter einem Hektar. Verkäufe von mehr als fünf Hektar machten gerade einmal 1,1 Prozent aller Fälle aus. Es geht also meistens um kleine Parzellen – zu sehr großen Preisen.
Während im Rhein-Main-Gebiet die Preise durch die Decke gehen, sieht es weiter nördlich ganz anders aus. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg lag der durchschnittliche Kaufwert 2025 bei nur 11.628 Euro je Hektar – dem günstigsten Wert in Hessen. Auch der Lahn-Dill-Kreis gehörte mit 11.956 Euro je Hektar zu den erschwinglicheren Regionen.
Diese Zahlen zeigen: Hessen ist kein einheitlicher Markt. Die Bodenpreise spiegeln nicht nur die Qualität der Flächen wider, sondern vor allem den Wachstumsdruck der städtischen Regionen.
So teuer Frankfurt auch sein mag – gesamthessisch liegt der Durchschnitt mit 18.725 Euro je Hektar deutlich unter dem bundesweiten Mittel von 35.193 Euro je Hektar. Deutschland ist in puncto Bodenpreise also nochmal eine andere Hausnummer.
Für Landwirte, Investoren und Kommunen bleibt der Bodenmarkt ein echtes Spannungsfeld. In Frankfurt zeigt sich besonders klar: Selbst Ackerland ist längst von den Dynamiken des angespannten Immobilienmarkts erfasst worden. Zwischen Skyline und Streuobstwiesen wird jeder Quadratmeter zum heißen Gut – und das dürfte so schnell nicht aufhören.
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