
Mehr als 400 Frauen kamen zum Hessischen Unternehmerinnentag in Frankfurt – mit klarer Forderung nach mehr Sichtbarkeit und Chancengleichheit in der Wirtschaft.
Der Sound der Weltstadt hallte am Donnerstag durch die IHK Frankfurt am Börsenplatz: Mehr als 400 Teilnehmerinnen – und vereinzelte Teilnehmer – kamen zum Hessischen Unternehmerinnentag zusammen. Eine, die gleich zu Beginn klare Worte fand, war Frankfurts Frauendezernentin Tina Zapf-Rodriguez (Grüne): Frauen seien keine stille Reserve der Wirtschaft und auch kein „nice to have“. Sie seien gekommen, um zu bleiben.
Die Botschaft traf ins Mark. Denn obwohl es laut Zapf-Rodriguez durchaus Fortschritte gibt – mehr Gründungen durch Frauen, mehr Unternehmerinnen und mehr weibliche Führungskräfte – ist von echter Parität in der Wirtschaft noch keine Spur. Besonders bei der gleichmäßigen Beteiligung an Macht gebe es großen Nachholbedarf.
Was viele vielleicht nicht wissen: Der Hessische Unternehmerinnentag feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen! Ein Vierteljahrhundert, in dem Frauen Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und sich gegenseitig gestärkt haben. Die Stimmung unter den Teilnehmerinnen? Aufbruch pur. Manche überlegen noch zu gründen, andere sind schon mittendrin und wollen wachsen, wieder andere planen eine Betriebsnachfolge.
Auch Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) war dabei und machte deutlich, dass ihm das Thema am Herzen liegt. „Wir wollen mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte er. Das sei der entscheidende Hebel, damit Frauen überhaupt gründen oder ihre Stunden aufstocken können. Konkret: Das Land gibt mehrere Millionen Euro aus dem Sondervermögen an die Kommunen weiter – für mehr Kitaplätze und bessere Kinderbetreuung.
Mansoori sprach außerdem über die vier Themen, die er aus hessischen Betrieben immer wieder höre:
Den emotionalen Höhepunkt des Tages lieferte Louisa Cronau, Geschäftsführerin des Fertighausherstellers Fingerhaus mit Sitz im nordhessischen Frankenberg (Eder). Ihr Einstieg ins Familienunternehmen? Alles andere als selbstverständlich. Was ihr dabei half, war ein simpler Satz ihres Vaters: „Du musst gar nix.“ Dieser Satz habe ihr die Freiheit gegeben, eigene Erfahrungen als Start-up-Gründerin zu sammeln – und schließlich aus freiem Willen in das Unternehmen einzusteigen.
„Jedes Wachstum beginnt mit der Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Cronau. Und: „Gute Führung beginnt mit Zuhören.“ Für sie bedeutet das, Abläufe erst zu verstehen, bevor man Veränderungen anstößt. Kein Test, kein Studium kann dir sagen, ob du bereit bist – das lernst du nur, indem du es tust.
Du willst selbst gründen oder dein Unternehmen weiterentwickeln? In Hessen gibt es starke Anlaufstellen für euch Unternehmerinnen:
Der Hessische Unternehmerinnentag zeigt: Die Frauen im Main-Gebiet lassen sich nicht aufhalten. Sie gründen, sie wachsen, sie fordern ihren Platz – und das zu Recht. Radio Frankfurt drückt allen Unternehmerinnen da draußen die Daumen. Ihr macht Frankfurt stark – weiter so!






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