Auf dem Frankfurter Römerberg segnete die Evangelische Kirche über 1.000 Azubis mit Schaumherzen – persönlich, nachhaltig und per WhatsApp überbracht.
Was für eine Aktion mitten im Herzen unserer Stadt! Auf dem Frankfurter Römerberg hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mehr als 1.000 persönliche Segenswünsche in die Luft geschickt – und das ganz wortwörtlich. Acht Pfarrerinnen lasen die Wünsche vor, erteilten den Segen, und für jeden Wunsch stieg ein Schaumherz in den Frankfurter Himmel. Die Aktion heißt: „Herzen hoch für dich!“ – und genau das hat sie geliefert!
Die Idee hinter der Aktion ist so simpel wie herzerwärmend: Auszubildende bekommen in der Kirche kaum digitale Angebote – das soll sich ändern. Entstanden ist das Konzept bei der Evangelischen Kirche in der Pfalz, nach dem Vorbild eines Abi-Segens. „Die Leute haben gefragt, warum es so etwas nicht für Auszubildende gibt“, erklärte Mary Schellhaas, Social-Media-Pfarrerin der pfälzischen Landeskirche.
Und so wurden echte, persönliche Wünsche eingesammelt und vorgelesen – zum Beispiel für Meike, die Rune eine gute Ausbildung und Freude bei der Arbeit wünscht, oder für Nando, dem jemand hofft, dass ihm die Berufsschule Spaß macht und er sich mit den Kollegen wohlfühlt. Aber auch ganze Schulklassen nahmen teil – nicht nur Azubis.
Beworben wurde die Aktion auf Instagram und TikTok – genau dort, wo junge Menschen unterwegs sind. Jeder Segenswunsch wurde per Kamera aufgezeichnet und anschließend per WhatsApp direkt an die betreffenden Personen geschickt. „Das ist viel persönlicher als ein allgemeiner Segen“, sagte die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, die selbst mit vorlas – ebenso wie die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich.
Besonders schön: Ein junger Brasilianer, gerade frisch für ein Auslandssemester in Frankfurt angekommen, ließ sich spontan und ganz analog vor Ort segnen. Wüst freute sich sichtlich darüber: „Auf so etwas sind wir eingestellt – es gibt einfach ein Bedürfnis auf Zuspruch von oben.“
Wer jetzt denkt: „Schaumherzen in die Luft – ist das wirklich grün?“, dem sei gesagt: Die Veranstalter haben das durchdacht. Die Herzen können nach Angaben des Anbieters zwar mehr als einen Kilometer hoch aufsteigen, lösen sich danach aber rückstandslos auf – anders als klassische Luftballons. Marek Domaradzki schnitt den Schaum dazu live mit einem Stab in Scheiben, den eine Maschine aus einer herzförmigen Form presste. „Wir haben sie daher als nachhaltigere Alternative gewählt“, so Schellhaas.
Der Römerberg als Schauplatz – das passt. Mitten in unserer Stadt, in der täglich Menschen aus aller Welt ankommen, starten und durchstarten, hat die Evangelische Kirche gezeigt: Zuspruch und Gemeinschaft können auch im digitalen Zeitalter ganz nah und persönlich sein. Wir finden: Solche Aktionen braucht Frankfurt! Der Sound der Weltstadt hat viele Töne – und manchmal klingt er nach einem aufsteigenden Schaumherz mit guten Wünschen im Gepäck.
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