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Drei Schulabschlüsse in vier Jahren: Wie ein Frankfurter Stipendium Bildungsträume wahr macht

Das SABA-Bildungsstipendium der Crespo Foundation in Frankfurt feiert 20 Jahre und zeigt, wie Bildung und Kunst Leben verändern können.

Redaktion
·
1. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Stunden

Eine Geschichte, die Mut macht

Stell dir vor: Du kommst in ein fremdes Land, hast große Träume – aber keine Ahnung, wie du sie umsetzen sollst. Genau so erging es Rand Matlef, als sie vor zehn Jahren aus dem Irak nach Deutschland kam. „Ich wusste nicht, wohin mit mir“, erzählt sie. „Ich hatte all diese Wünsche und Träume in Bezug auf meine Zukunft, aber ich wusste nicht, wie ich sie umsetzen kann.“ Doch ihre Geschichte ist eine, die zeigt, was möglich ist – wenn Bildung und die richtige Unterstützung zusammenkommen. Und diese Geschichte spielt mitten in Frankfurt!

Das SABA-Bildungsstipendium: 20 Jahre zweite Chancen

Die Crespo Foundation, eine gemeinnützige private Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main, feiert in diesem Jahr einen besonderen Geburtstag: 20 Jahre SABA-Bildungsstipendium. Das Programm wurde von der Stiftungsgründerin Ulrike Crespo ins Leben gerufen, die bei Frauen mit Migrationserfahrung einen großen Bildungswillen beobachtete – und gleichzeitig hohe Hürden, diesen zu verwirklichen. Ulrike Crespo starb 2019, doch ihr Werk lebt weiter.

Das Stipendium richtet sich an Menschen mit Migrationsbiografien, die entweder in ihrem Heimatland keine Chance hatten, den gewünschten Schulabschluss zu machen, oder deren Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden. „Vor allem für Menschen über 18 ist es schwierig, in das deutsche Bildungssystem einzusteigen“, erklärt Cora Stein, die das SABA-Stipendium lange begleitet hat. Seit 2023 steht die Förderung übrigens nicht mehr nur Frauen offen – auch Männer können seitdem vom Programm profitieren.

Mehr als Geld – es geht um den ganzen Menschen

Klar, die finanzielle Unterstützung ist wichtig – sei es für Schulbücher, einen Laptop oder einfach darum, als alleinerziehende Mutter überhaupt einen Bildungsabschluss finanzieren zu können. Aber das SABA-Stipendium geht weit darüber hinaus. „Bildung ist mehr als nur ein Bildungsabschluss, mehr als Mathe, Deutsch, Englisch“, betont Stein. Es gehe um den Menschen als gesamte Person – mit all seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten.

Herzstück des Programms sind deshalb die Kreativprojekte: In Workshops mit Künstlerinnen und Künstlern können die Stipendiatinnen und Stipendiaten in verschiedenste Kunstrichtungen eintauchen – von Skulptur über Malerei bis hin zu Musik und Fotografie. „Kunst ist für sie eine Möglichkeit, sich selbst kennenzulernen, Dinge auszuprobieren und zu verarbeiten“, sagt Kuratorin Puneh Henning. Und Rand Matlef fügt lächelnd hinzu: „Ich habe auch eine meiner besten Freundinnen während des Stipendiums kennengelernt.“

Vom Irak bis zum Masterstudium – Rands Weg

Zurück zu Rand Matlef: Mit Unterstützung des SABA-Stipendiums holte sie drei Schulabschlüsse in nur vier Jahren nach. Danach ermöglichte ihr die Förderung den nächsten Schritt – sie begann ein Architekturstudium, ein Traum, den sie schon als Kind hegte. Doch sie machte keinen Halt: Heute absolviert sie ihren Master in Energy Science and Engineering und verbindet diesen mit ihrer Leidenschaft für Architektur. „Ich möchte Bauleiterin werden“, erzählt sie. Und wer ihre Geschichte kennt, zweifelt keine Sekunde daran, dass sie das schaffen wird.

Die Jubiläumsausstellung im Crespo Haus

Zum 20. Geburtstag des Programms zeigt die Ausstellung „Hier geblieben. Geschichten aus 20 Jahren SABA Bildungsstipendium für Migrant:innen“ im Open Space der Crespo Foundation in Frankfurt Kunstwerke, die im Rahmen des Stipendiums entstanden sind. Zu sehen sind unter anderem bunte Selbstportraits in Wasserfarben und Linolschnitt sowie Fotografieprojekte – so individuell wie die Menschen dahinter. Eine Installation namens „Bilderwolke“ mit von der Decke hängenden Fotografien macht die Vielfalt der SABA-Gemeinschaft über zwei Jahrzehnte hinweg erlebbar.

Diese Ausstellung ist mehr als eine Kunstschau – sie ist ein Zeichen dafür, was passiert, wenn eine Stadt wie Frankfurt Menschen eine echte Chance gibt. Das ist der Sound der Weltstadt, den wir feiern!

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