Kunstlicht belastet die Natur – ein Themenabend bei Senckenberg Frankfurt zeigt am 2. September, wie Städte artengerecht mit Licht umgehen können.
Stell dir vor: Du willst schlafen, aber jemand dreht in deinem Zimmer das Licht niemals aus. Genau das passiert Tieren und Pflanzen in unserer Stadt – Nacht für Nacht. Straßenlaternen, beleuchtete Fassaden, Schaufenster – all das, was uns Menschen Sicherheit und Orientierung gibt, kann für die Natur zur echten Belastung werden. Ein Themenabend in Frankfurt greift dieses spannende Thema jetzt auf.
Am Mittwoch, 2. September, endet die Vortragsreihe „Stadtnatur kann’s!“ mit einem großen Finale im Senckenberg-Hörsaal. Los geht’s um 19.30 Uhr in der Robert-Mayer-Straße 2 – und das Thema ist so aktuell wie selten: „Hell wie die Nacht – vom artengerechten Umgang mit Kunstlicht.“
Auf der Bühne stehen Jan Jacob Hofmann von der Klimawerkstatt Ginnheim, die Biologin Annette Krop-Benesch und die Kulturwissenschaftlerin Sabine Frank. Die drei beleuchten gemeinsam, wie viel künstliches Licht eine lebenswerte Stadt wirklich braucht – und ob weniger manchmal tatsächlich mehr ist. Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn die Frage, wie Mensch und Natur in einer beleuchteten Stadt gemeinsam existieren können, ist alles andere als leicht zu beantworten.
Passend zum Abend gibt es außerdem eine begleitende Ausstellung – und einen gemütlichen Umtrunk, bei dem ihr Kontakte knüpfen und weiter diskutieren könnt.
„Stadtnatur kann’s!“ ist keine kleine Veranstaltung – es ist die längste Vortragsreihe, die Senckenberg jemals auf die Beine gestellt hat. Seit Februar hat die Reihe insgesamt 17 Mal eingeladen, urbane Natur neu zu denken. Präsentiert von Senckenberg und der Fachhochschule, haben Fachleute dabei gezeigt, wie überraschend vielfältig Stadtnatur heute gestaltet werden kann.
Die Themen? Riesig! Von winzigem Grün in Asphaltrissen über Tiny Forests, essbare Städte und insektenfreundliche Grünflächen bis hin zu Schwammstadt-Konzepten und „Bauen mit Bäumen“. Auch Gebäudegrün, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit und Wildtiere in der Stadt standen auf dem Programm. Wissenschaftskoordinatorin Julia Krohmer bringt es auf den Punkt: „Stadtnatur ist mehr als nur Grün – sie ist die Lösung für viele der heutigen Probleme der Städte.“
Mit dem Abschlussabend ist das Thema Stadtnatur bei Senckenberg längst nicht vom Tisch. Das Großprojekt Biotopkartierung in Frankfurt geht weiter, die inzwischen bundesweit bekannten Krautschauen werden regelmäßig angeboten, und neue Projekte und Formate sind bereits in Vorbereitung. Frankfurt bleibt also eine Stadt, die ihre Natur ernst nimmt – und das ist eine richtig gute Nachricht!
Alle Vorträge der Reihe könnt ihr übrigens dauerhaft auf dem YouTube-Kanal „SenckenbergWorld“ in der Playlist „Stadtnatur kann’s!“ anschauen. Einfach reinklicken und staunen, was alles in unserer Stadt steckt.
Ihr seid neugierig geworden? Dann nichts wie hin! Mittwoch, 2. September, 19.30 Uhr, Grüner Senckenberg-Hörsaal, Robert-Mayer-Straße 2 in Frankfurt. Der Sound der Weltstadt trifft auf echte Inhalte – und vielleicht nehmt ihr danach die Nacht mit anderen Augen wahr. Oder besser gesagt: mit etwas weniger Licht.






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