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Heiße Klassenzimmer: Frankfurt setzt bei Schulen auf Ventilatoren statt Klimaanlagen

Frankfurt schützt 60 Schulen und 20 Kitas vor Hitze – aber ohne Klimaanlagen. Was die Stadt stattdessen plant und warum nur eine Schule eine Ausnahme bekommt.

Redaktion
·
16. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Schwitzen statt Lernen – Frankfurt handelt

30 Grad um 10 Uhr morgens im Klassenzimmer – und das ist noch nicht mal Hochsommer. Was für viele Frankfurter Schülerinnen und Schüler längst Alltag ist, bringt selbst erfahrene Schulleiter ins Schwitzen. „Da stellt das Gehirn das Denken ein“, sagt Rolf Oechsler, Leiter der Frankfurter Liebigschule. Der Unterricht wurde dann kurzerhand nach draußen verlegt – aber auch das bringt kaum Erleichterung. Denn auf vielen Schulhöfen ist fast alles versiegelt, Schatten Fehlanzeige. Frankfurt nimmt das Problem jetzt ernst – und handelt.

Der Plan: 60 Schulen und 20 Kitas sollen geschützt werden

Die Stadt Frankfurt hat sich ein klares Ziel gesetzt: 60 Schulen und 20 Kitas sollen künftig besser vor Hitze geschützt werden. Klingt erstmal nach großem Plan – doch eine flächendeckende Ausstattung mit Klimaanlagen wird es nicht geben. Die Stadt schließt das für die allermeisten Schulen ausdrücklich aus. Nur eine einzige Schule bekommt eine Ausnahme und darf sich über eine Klimaanlage freuen.

Stattdessen setzt Frankfurt auf andere Maßnahmen – und die sind bereits sichtbar: Starkwindschirme werden in den Ferien an Schulen aufgestellt, um die Schulhöfe zu verschatten. Ein Beispiel dafür ist die Johanna-Tesch-Schule in der Ginnheimer Straße 49, wo solche Schirme bereits zum Einsatz kommen. Ventilatoren statt Klimaanlagen – das ist die Devise der Stadt, wenn es um die Kühlung der Klassenräume geht.

Warum keine Klimaanlagen?

Die Entscheidung gegen flächendeckende Klimaanlagen mag für viele überraschend klingen – gerade dann, wenn man sich vorstellt, bei 30 Grad einer Schulstunde folgen zu müssen. Klimaanlagen sind jedoch teuer in der Anschaffung, verbrauchen viel Energie und sind in vielen älteren Schulgebäuden kaum nachrüstbar. Frankfurt setzt deshalb auf eine Kombination aus Verschattung, Belüftung und anderen Hitzeschutzmaßnahmen, die langfristig nachhaltiger sein sollen.

Schulleiter Oechsler macht deutlich, wie ernst die Lage bereits ist: Selbst vor der bislang größten Hitzewelle in diesem Jahr – die ausgerechnet in die Ferienzeit fiel – gab es Tage, an denen der Unterricht schlicht nicht mehr möglich war. Drinnen zu heiß, draußen kaum besser. Ein Zustand, der für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen belastend ist.

Verschattung und Ventilatoren – reicht das?

Die Maßnahmen, die Frankfurt plant, sind ein erster wichtiger Schritt. Starkwindschirme auf den Schulhöfen sorgen für Schatten und machen die Pausen erträglicher. Ventilatoren in den Klassenzimmern bringen zumindest Luftbewegung – auch wenn sie die Hitze nicht wirklich vertreiben. Ob das langfristig ausreicht, um den Schulalltag in Zeiten des Klimawandels erträglich zu machen, bleibt abzuwarten.

Eines ist klar: Das Thema Hitzeschutz an Schulen wird Frankfurt noch lange begleiten. Und während die Stadt auf günstigere und energieeffizientere Lösungen setzt, hoffen Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte auf möglichst viele bewölkte Sommertage – und auf schnelle Umsetzung der angekündigten Maßnahmen.

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