
Nach dem Anschlag beim CSD Berlin versammelten sich rund 500 Menschen am Frankfurter Römerberg. Frankfurt und Hessen setzen ein klares Zeichen der Solidarität.
Am Samstagabend fuhr ein Kleinbus in eine Menschenmenge beim Christopher Street Day in Berlin. Eine Person starb, 29 weitere wurden verletzt. Der Tatverdächtige Abdul Ballout wurde am darauffolgenden Sonntag bei einem Polizeieinsatz in Spandau erschossen, nachdem er mit einer Stichwaffe auf Polizisten losging. Was als Fest der Freiheit und Vielfalt begann, endete in einer Tragödie – und ließ Menschen weit über Berlin hinaus nicht kalt.
Die Antwort aus Frankfurt kam schnell und laut. Rund 500 Menschen versammelten sich auf dem Römerberg zu einer Mahnwache, viele von ihnen mit Regenbogenfahnen in den Händen. „Wir stehen vereint an der Seite des CSD Berlin“ – so lautete die klare Botschaft der Kundgebung. Dazu aufgerufen hatten der CSD Frankfurt und Fridays for Future. Auch auf dem Darmstädter Luisenplatz und in weiteren Städten kamen Menschen zusammen, um der Opfer zu gedenken.
Die Stimmung war geprägt von Trauer, aber auch von Entschlossenheit. „Wir haben Angst, und wir sind wütend“, hieß es im Aufruf des CSD Frankfurt. Die zentrale Forderung dabei: Queere Menschen müssen besser geschützt werden.
Auch aus der hessischen Politik kamen deutliche Stimmen. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) nannte den Angriff „einen feigen und menschenverachtenden Anschlag“, der erneut friedlich feiernde Menschen getroffen habe. Auf der Plattform X kündigte er eine politische Aufarbeitung der Tat an – der Fokus liege zunächst auf der Fahndung und der Trauer um die Opfer, danach werde die Tat auch politisch bewertet.
Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) meldete sich ebenfalls zu Wort – mit persönlichen Worten auf Instagram: „Noch vor einer Woche durfte ich den Christopher Street Day in Frankfurt mit eröffnen. Als schwuler Politiker weiß ich, welche Bedeutung der CSD für viele Menschen hat: Er ist Ausdruck von Freiheit, Würde und dem Recht, ohne Angst man selbst zu sein. Wer diese Freiheit angreift, richtet sich gegen uns alle.“
Was auf dem Römerberg passierte, war mehr als eine Mahnwache. Es war ein starkes Zeichen: Frankfurt lässt die queere Community nicht allein. Der Sound der Weltstadt klingt nach Zusammenhalt, nach Mitgefühl – und nach dem unbedingten Willen, füreinander einzustehen. Die Menschen auf dem Römerberg haben gezeigt, dass Hass und Gewalt keine Antwort bekommen, die schweigt. Frankfurt steht auf. Frankfurt trauert. Und Frankfurt fordert Schutz für alle.






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