
In der Grube Messel könnt ihr selbst Fossilien ausgraben und behalten! Wir verraten, was euch bei Deutschlands erstem Unesco-Weltnaturerbe erwartet.
Stellt euch vor, ihr haltet etwas in der Hand, das vor 47 Millionen Jahren auf der Erde lebte – und es gehört euch. Genau das ist in der Grube Messel möglich! Das Unesco-Weltnaturerbe vor den Toren Frankfurts ist nicht nur ein Ort für Wissenschaftler, sondern ein echtes Abenteuer für die ganze Familie. Hier könnt ihr buddeln, staunen und entdecken – und das Beste mitnehmen: eure eigenen Fossilienfunde.
Die Grube Messel ist kein gewöhnlicher Ausflugstipp. „In ihnen ist ein ganzes Ökosystem konserviert“, erklärt Lukardis Wencker, Paläontologin und Pressesprecherin des Weltnaturerbes. Die Ölschiefer der ehemaligen Abbaugrube bewahren Zeugnisse aus dem Erdzeitalter Eozän – so einzigartig gut erhalten, dass nicht nur Knochen sichtbar sind, sondern auch Federn, Mageninhalte und sogar Hautabdrücke. Krokodilskelette verraten, dass in Messel einst ein warmes Klima geherrscht haben muss. Überreste von Blättern und Pflanzen zeigen, was das berühmte Urpferdchen – das Wahrzeichen der Grube – vor Millionen von Jahren gefressen hat.
Was einst industrieller Ölschieferabbau war, ist heute eine weltberühmte Fossilienfundstätte. Entstanden ist sie vor rund 47 Millionen Jahren durch einen Vulkanausbruch. Von der Aussichtsplattform aus schaut ihr über das Gelände des ehemaligen Maarsees, der einst zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum diente.
Der absolute Highlight für alle, die nicht nur zuschauen wollen: das Grabungsfeld „Grab’Mal“. Mit Lupe und Spachtel legt ihr selbst Fossilien aus dem Ölschiefer frei – und „da findet man eigentlich immer etwas“, verspricht Wencker. Besonders häufig verstecken sich Fischschuppen, Blätter oder kleine Insekten im eozänen Schiefer. Ein Blick durchs Mikroskop hilft bei der Bestimmung. Und dann kommt die beste Nachricht: Was ihr findet, dürft ihr behalten – zumindest wenn die Funde nicht für weitere Forschungszwecke benötigt werden. Eine 45-minütige Grabung kostet nur 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro.
Wer lieber zuhört und staunt, ist bei einer ein- oder zweistündigen Führung genau richtig – zu Fuß oder bequem im Elektromobil. Im Museum nebenan warten originale Fossilien und Skelette, das ikonische Urpferdchen und Kurzfilme über die Geschichte der Fossillagerstätte. An digitalen Stationen könnt ihr euer Wissen mit Minispielen und einem Quiz testen.
Noch spannender wird’s bei der zweistündigen Forschungstour: Dabei seid ihr live dabei, wenn Fachleute des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und der Senckenberg Gesellschaft den Ölschiefer freilegen und neue Funde untersuchen. „Ich glaube, das Puzzle wird immer größer“, sagt Wencker – denn noch immer werden in der Grube, die einen Durchmesser von rund einem Kilometer und eine Tiefe von 60 Metern hat, neue Überbleibsel von Flora und Fauna entdeckt.
Aktuell läuft außerdem eine Sonderausstellung, die zeigt, wie Südhessen vor mehr als 500 Millionen Jahren aussah – als Vulkane brodelten und Mammuts durch die Landschaft stapften. Ein Bistro und ein Spielplatz auf dem Gelände runden den Ausflug für die Kleinsten ab.
Ein Ausflug in die Grube Messel ist mehr als ein Museumsbesuch – es ist ein echtes Stück Erdgeschichte zum Anfassen. Ob als Familienausflug, Schülergruppe oder einfach für alle, die mal etwas anderes erleben wollen: Hier gibt es garantiert etwas zu entdecken. Also schnappt euch Lupe und Spachtel, und auf in den Sound der Region – direkt vor eurer Haustür!






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