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100 Tage Terminal 3: Fraport-Chef zieht Bilanz – und das Ergebnis überrascht

Fraport-Chef Dr. Stefan Schulte zieht nach 100 Tagen Terminal 3 eine positive Bilanz: zwei Millionen Passagiere, top Abläufe und eine überraschende Erkenntnis…

Redaktion
·
3. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 34 Minuten

Zwei Millionen Passagiere in 100 Tagen – Terminal 3 besteht die Feuertaufe

Der Flughafen Frankfurt schreibt gerade Geschichte: Genau 100 Tage nach der Eröffnung von Terminal 3 zieht Fraport-Chef Dr. Stefan Schulte eine erste Bilanz – und die kann sich wirklich sehen lassen. Rund zwei Millionen Passagiere haben das neue Terminal bereits genutzt, zu Stoßzeiten waren es bis zu 30.000 Reisende pro Tag. Und das alles reibungslos, trotz Hochbetrieb kurz vor und während der Sommerferien.

Besonders bemerkenswert: Die Abläufe in der Realität haben sogar besser funktioniert als in den Testläufen. Das nennt Schulte selbst die überraschendste Erkenntnis der ersten 100 Tage. Airlines und Passagiere geben durchweg positive Rückmeldungen, die Technik läuft – bis auf eine Ausnahme.

Sky-Line-Bahn bereitet noch Probleme

Die einzige echte Kinderkrankheit des neuen Terminals ist die Sky-Line-Bahn, die Terminal 3 im Süden mit dem Norden des Flughafens verbindet. Das vollautomatische System fährt derzeit noch mit reduzierter Geschwindigkeit und hat nur sechs statt acht Wagen im Einsatz. Siemens Mobility arbeitet mit Hochdruck an der Lösung. Längere Wartungsintervalle in der Nacht werden durch einen Busersatzverkehr abgedeckt – der laut Schulte vorerst auch als Back-up bestehen bleibt.

Terminal 3 und Hitze – eine besondere Herausforderung

Der Sommer 2026 hat Frankfurt und Hessen ordentlich ins Schwitzen gebracht. Wie wir in einem früheren Beitrag zur extremen Hitzewelle berichtet haben, erreichten die Temperaturen in der Rhein-Main-Region bis zu 37 Grad – mit tropischen Nächten und Gewitterrisiko obendrauf. Dass der Flughafenbetrieb in Terminal 3 ausgerechnet in dieser Hochdruckphase so reibungslos lief, macht die positive Bilanz noch eindrucksvoller. 30.000 Passagiere täglich bei Extremhitze – und trotzdem keine langen Warteschlangen.

Hohe Standortkosten als größte Herausforderung

Schulte nutzt die Gelegenheit auch, um auf strukturelle Probleme hinzuweisen. Interkontinentale Flüge ab Frankfurt sind durch regulierte Kosten wie Luftverkehrssteuer und Flugsicherungsgebühren massiv belastet: Fast 17.000 Euro pro Flug nach New York – während Madrid bei nur 1.000 Euro liegt. Diese Kostenstruktur mache Deutschland für Airlines und Umsteigepassagiere unattraktiv und habe dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren 60 Flugzeuge aus Deutschland abgezogen wurden.

Positiv bewertet Schulte jedoch erste Schritte der Bundesregierung und des Landes Hessen zur Senkung der Luftverkehrsteuer. Jedes zusätzlich in Deutschland stationierte Flugzeug schaffe laut Schulte eine Wertschöpfung von 170 Arbeitsplätzen und 70 Millionen Euro pro Jahr – eine Absenkung der Steuer finanziere sich also selbst.

Lärmschutz, Grünstrom und internationale Stärke

Beim Thema Fluglärm setzt Fraport auf den Generationenwechsel moderner Flugzeuge. Der Wechsel von einem Airbus A340-600 zu einem Airbus A350-900 bedeute rund acht bis neun Dezibel weniger Lärm – das entspricht einer gefühlten Halbierung der Lautstärke am Boden. Mit 20 bis 30 Prozent weniger Lärmbelastung durch neue Flugzeugtypen rechnet Schulte in den kommenden Jahren.

Auf der Habenseite steht außerdem: Frankfurt stellt in diesem Jahr seinen gesamten Strombezug auf 100 Prozent Grünstrom um. Und an nahezu allen Sicherheitskontrollen sind bereits moderne CT-Scanner im Einsatz – wer abfliegt, muss Laptop und Flüssigkeiten nicht mehr auspacken.

International ist Fraport an rund 30 Flughäfen weltweit aktiv. Das internationale Geschäft macht zwischen 40 und 50 Prozent des operativen Ergebnisses aus – und gibt dem Unternehmen die finanzielle Kraft für weitere Investitionen am Standort Frankfurt. Die offiziellen Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 werden am 6. August veröffentlicht.

Fazit: Terminal 3 liefert – aber der Standort braucht Rückenwind

Die 100-Tage-Bilanz von Terminal 3 ist eindeutig positiv. Zwei Millionen Passagiere, kaum Wartezeiten, zufriedene Airlines – das neue Terminal hat sich bewährt. Jetzt kommt es darauf an, dass auch die politischen Rahmenbedingungen stimmen, damit Frankfurt im europäischen Wettbewerb mit London, Paris, Amsterdam und Madrid mithalten kann. Der Sound der Weltstadt braucht einen starken Flughafen – und der liefert gerade.

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