
Großbrand in Kriftel: Das Möbellager von Jysk an der Gutenbergstraße brannte zwei Stunden lang. Rund 150 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen – alle…
Was in den frühen Morgenstunden als Feuermeldung begann, entwickelte sich zu einem der größten Einsätze, den Kriftel seit Langem erlebt hat. Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet hatten, warnte die Leitstelle des Main-Taunus-Kreises vor starkem Rauch und riet Anwohnern in Kriftel, Frankfurt-Zeilsheim, Hofheim und Hattersheim, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Jetzt gibt es das volle Bild – und das ist heftig!
Die Alarmierung erfolgte gegen 8.46 Uhr. Das Lager des dänischen Möbelhauses Jysk im Geschäftsgebäude an der Gutenbergstraße stand in Flammen – und das noch zwei Stunden nach dem ersten Notruf. Das Gebäude beherbergt neben Jysk auch das Schuhhaus Majo, Motorradausstatter Polo, die Sandwich-Kette Subway sowie Büros im ersten Stock. Rauch drang von allen Seiten und auf allen Etagen aus dem Gebäude – sogar aus den Ladentüren von Jysk und Majo nach vorne.
Gemeindebrandinspektor Rachid Maach spricht von einer „massiven Rauchentwicklung“ und einem schweren Einsatz für die Kameraden. Das Feuer im Lager von Jysk sei extrem intensiv gewesen: „Da ist viel Material gelagert, Bänke, Tische brennen massiv“, sagt Martin Mohr, Erster Beigeordneter der Gemeinde und selbst aktiver Feuerwehrmann, kurz nach seinem eigenen Einsatz im Gebäude. Seine ernüchternde Bilanz: „Es ist schwierig, weil man überhaupt nichts sieht.“
Um den Brand unter Kontrolle zu bekommen, wurden sofort Verstärkungen aus Hofheim, Hattersheim und Bad Soden nachalarmiert. Insgesamt rund 150 Kräfte kämpften gegen die Flammen. Für einen Sondereinsatz wurde sogar das LUF – das Löschunterstützungsfahrzeug aus Frankfurt – angefordert. Das Spezialfahrzeug mit Kettenantrieb und Hochleistungslüfter kommt normalerweise bei der Entrauchung von U-Bahn-Anlagen und Tiefgaragen in der Mainmetropole zum Einsatz. In Kriftel war es ein entscheidender Faktor im Kampf gegen die Rauchausbreitung im gesamten Gebäudekomplex.
Immer wieder kämpften sich Atemschutzgeräteträger durch das Gebäude – vollkommen ausgelaugt kamen sie heraus, ließen ihre Kleidung am Dekon-Fahrzeug reinigen, bevor der nächste Trupp bereits wieder eingerückt war. Verletzt wurde zum Glück niemand. Das Deutsche Rote Kreuz baute für die Helfer einen Versorgungsabschnitt auf.
Mehrere Straßen rund um die Gutenbergstraße waren abgesperrt, um den Einsatzkräften freie Bahn zu lassen. Die Löscharbeiten dauerten auch am Nachmittag noch an. Gemeindebrandinspektor Maach geht angesichts der massiv beschädigten Gebäudehülle, der zerstörten Waren in den Lagern und der langen Einsatzdauer von einem sehr hohen Sachschaden aus. Konkrete Zahlen nannte die Polizei zunächst nicht – die Ermittlungen zur Brandursache laufen.
Alle vier Geschäfte im Gebäudekomplex bleiben geschlossen. Der Großbrand wird laut Einsatzleitung auch in den kommenden Tagen noch massive Auswirkungen auf das stark frequentierte Fachmarktzentrum haben.
Trotz der dramatischen Lage gibt es auch etwas Positives: Die Solidarität und Stärke der Krifteler Gemeinschaft. Martin Mohr brachte es auf den Punkt: „Da können wir froh sein, dass wir so eine starke Gemeinschaft sind.“ Feuerwehrchef Maach zeigte sich erleichtert über den schnellen und koordinierten Einsatz aller Beteiligten – ein Beweis dafür, was eine eingespielten Truppe leisten kann, wenn es darauf ankommt.






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