Die Gottesanbeterin breitet sich in Hessen aus – auch im Frankfurter Raum gibt es immer mehr Sichtungen.
Wer in letzter Zeit in einem sonnigen Garten oder an einer Böschung spazieren gegangen ist, hatte vielleicht das Glück, ihr zu begegnen: der Gottesanbeterin. Das faszinierende Insekt – lateinisch Mantis religiosa – breitet sich in Hessen immer weiter aus. Und das ist kein Zufall!
Beim Meldeportal des NABU gingen im laufenden Sommer deutschlandweit täglich bis zu 1000 Sichtungen ein – deutlich mehr als noch im Vorjahr. Fehlbestimmungen spielen dabei kaum eine Rolle, denn die Gottesanbeterin ist durch ihr unverwechselbares Aussehen kaum mit einem anderen Insekt zu verwechseln. Allein in Hessen wurden dem NABU im laufenden Jahr knapp 1500 Begegnungen gemeldet – eine beeindruckende Zahl!
Warum breitet sich das Tier so rasant aus? Ganz einfach: Die Gottesanbeterin liebt die Wärme. Für die Entwicklung der Eier, die von den Weibchen abgelegt werden, sind höhere Temperaturen unverzichtbar. NABU-Experte Helge May bringt es auf den Punkt: „Da ist der Klimawandel der entscheidende Faktor.“ Der heiße Sommer in Hessen dürfte den Tieren also bestens gefallen haben.
Während die Gottesanbeterin in Hessen erstmals 2004 in Heppenheim nachgewiesen wurde, hat sie sich seitdem kontinuierlich nach Norden vorgearbeitet. Inzwischen gibt es immer wieder Sichtungen aus dem Frankfurter Raum – also quasi vor unserer Haustür! Das ist natürlich eine tolle Neuigkeit für alle Natur-Fans im Main-Gebiet.
Was die Gottesanbeterin so faszinierend macht? Sie steht in vielen Kulturen für Ruhe und Geduld – und das aus gutem Grund. Die Tiere verharren stundenlang reglos auf der Lauer, bevor sie blitzschnell zuschlagen. Der eigentliche Angriff vollzieht sich in gerade mal 50 bis 60 Millisekunden. Zum Vergleich: Ein Lidschlag des menschlichen Auges dauert rund sechsmal länger. Beeindruckend, oder? Und keine Sorge: Für Menschen ist die Gottesanbeterin vollkommen harmlos.
Wer die Gottesanbeterin in diesem Jahr noch in freier Wildbahn erleben möchte, sollte sich beeilen. Denn die markanten Insekten sterben im Herbst – nur ihre Eier überwintern und sorgen dafür, dass wir sie im nächsten Jahr wieder bewundern dürfen. Also Augen auf beim nächsten Spaziergang durch Frankfurts Parks und Gärten – vielleicht wartet dort gerade eine geduldige Jägerin auf euch! Das ist der Sound der Weltstadt – Natur hautnah, direkt vor eurer Tür.






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