
Drei Gesprächsabende über Paul Gerhardts Lieder in der Frankfurter St. Paulsgemeinde – mit spannenden Einblicken in Theologie und Geschichte der Alten…
„Geh aus mein Herz und suche Freud“ – dieser Liedanfang gehört zu den bekanntesten Zeilen, die Paul Gerhardt geschrieben hat. Jetzt gibt’s dazu was Besonderes auf die Ohren und ins Herz: Drei Gesprächsabende drehen sich ganz um den berühmten Dichter und Theologen und seine Lieder. Wie Frankfurt-Live.com berichtet, finden die Termine am Mittwoch, 14. und 21. Oktober sowie am 14. November statt, jeweils um 19 Uhr. Schauplatz ist das Gemeindehaus St. Pauls, Hinter dem Lämmchen 8, mitten in der Frankfurter Altstadt.
Mit dabei: Pfarrer Prof. Dr. Alexander Bitzel. Er nimmt die Lieder genau unter die Lupe und stellt Fragen, die wirklich interessant sind – welche Theologie steckt eigentlich in Gerhardts Texten? Und wie sagt er das, was er sagen will? Das Gute: Ihr müsst nicht alle drei Termine mitnehmen. Wer nur an einem Abend Zeit hat, kann trotzdem einsteigen und mitreden.
Das Gemeindehaus liegt direkt neben einem echten Schmuckstück der Frankfurter Altstadt – der Alten Nikolaikirche. Die St. Paulsgemeinde, die hier zu Hause ist, gibt auf ihrer Website spannende Einblicke in die Geschichte des Gotteshauses. Wie die Gemeinde erklärt, ist die Kirche nach dem Bischof Nikolaus von Myra benannt, der als Schutzpatron der Kranken und Armen gilt und auch vor Hochwassergefahren bewahren sollte – kein Zufall angesichts der Nähe zum Main.
Im Innenraum gibt’s einiges zu entdecken: Grabsteine erinnern an den ersten Frankfurter Bürgermeister Siegfried zum Paradeis und seine Frau Katharina zum Wedel, fertiggestellt um das Jahr 1410. Die Fenster im Kirchenschiff und Chorraum stammen von der Frankfurter Künstlerin Lina von Schauroth, die Chorfenster wurden 1951 gestiftet. Während des Zweiten Weltkriegs waren die Fenster sicher im Limburger Dom untergebracht, bevor sie danach wieder in die Alte Nikolaikirche einzogen. Die Orgel, 1992 von der Firma Oberlinger gebaut, bringt mit 23 Registern und 1598 Pfeifen ordentlich Klang in den historischen Raum.
Dass sich Menschen auch 2024 noch mit den Liedern eines Dichters aus dem 17. Jahrhundert beschäftigen, zeigt: Gerhardts Texte haben was, das über die Jahrhunderte trägt. Die Gesprächsabende in der St. Paulsgemeinde bieten die Chance, tiefer einzusteigen – nicht nur in die Melodien, sondern auch in die Gedankenwelt dahinter. Und das mitten in einem der geschichtsträchtigsten Winkel unserer Stadt.
Frankfurt hat eben nicht nur Skyline und Partyszene zu bieten – auch die leisen, nachdenklichen Töne haben hier ihren Platz. Wer Lust auf einen Abend abseits vom Trubel hat, findet im Gemeindehaus St. Pauls genau das richtige Format dafür.






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