Das Ladenlokal an der Lahnstraße 1 im Frankfurter Gallus kommt zur Konzeptvergabe. Alle Infos zu Hintergrund und was das für den Stadtteil bedeutet.
Ein Ladenlokal an der Lahnstraße 1 im Gallus sorgte im Sommer 2025 für Schlagzeilen – jetzt gibt es endlich eine neue Perspektive! Die Stadt Frankfurt hat entschieden, das seit knapp einem Jahr leerstehende Lokal in ein Konzeptvergabeverfahren aufzunehmen. Das heißt: Wer die Räume nutzen will, punktet nicht mit dem dicksten Geldbeutel, sondern mit der besten Idee.
Bei einer Konzeptvergabe vergeben Kommunen Grundstücke oder Liegenschaften nicht einfach an den Meistbietenden. Stattdessen zählt die Qualität des eingereichten Konzepts. Städtebauliche, soziale, ökologische oder architektonische Kriterien können dabei eine Rolle spielen. Der Grundstückspreis wird häufig vorab festgelegt – die Bewerberinnen und Bewerber konkurrieren also vor allem mit ihren Ideen. So kann die Stadt aktiv steuern, was auf ihren Flächen entsteht. Ein fairer und smarter Ansatz für Frankfurt!
Im Sommer 2025 hatten linke Aktivisten das Ladenlokal über mehrere Wochen besetzt und es als „Internationalistisches Zentrum“ bezeichnet. Dort fanden unter anderem politische Veranstaltungen mit teils linksextremem Charakter statt. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt kritisierte Teile des dortigen Programms scharf. Anfang September 2025 räumte die Polizei die städtische Liegenschaft.
Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) und Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hatten danach angekündigt, die Räume schnell wieder für den Stadtteil nutzbar zu machen. Als erster konkreter Plan war das Quartiersmanagement im Gespräch. Doch das von der Caritas betriebene Stadtteilbüro an der Frankenallee hat bereits einen etablierten Standort – eine Erweiterung scheiterte an fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen.
Als nächster Ansatz liefen Gespräche mit gemeinnützigen Vereinen, die Interesse an den Räumen hatten. Auch diese Option ist inzwischen vom Tisch. „Das ist eine von den dreien, die jetzt in die Konzeptvergabe gehen“, sagte Weber. Neben der Lahnstraße sollen demnach auch Liegenschaften an der Jordanstraße und der Basaltstraße für eine Ausschreibung vorbereitet werden. Die Vorbereitungen für alle drei Verfahren laufen derzeit.
Die KEG, die das Ladenlokal gemietet hat und an der die Stadt zu 50 Prozent beteiligt ist, hatte ursprünglich auch eine Sanierung der Räume geplant. Auch daraus wurde bislang nichts.
Mit der Konzeptvergabe wechselt die Strategie: Nicht mehr die Stadt sucht vorab einen konkreten Nutzer für das Lokal. Stattdessen soll das Vergabeverfahren selbst die Weichen stellen – offen für neue Ideen, die dem Viertel wirklich nützen. Wer also eine zündende Vision für das Gallus hat, bekommt jetzt seine Chance!
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