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Fußball statt Hass: Makkabi Frankfurt bringt Täter und Opfer auf den Bolzplatz

Makkabi Frankfurt brachte Täter und Opfer antisemitischer Vorfälle beim Bolzplatzturnier in Preungesheim zusammen. Sport als Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung.

Redaktion
·
10. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ein Turnier, das mehr ist als Sport

Was vor zwei Jahren mit antisemitischen Beleidigungen auf einem Frankfurter Bolzplatz begann, endete am vergangenen Samstag mit einem gemeinsamen Fußballturnier – und einem starken Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung. Im Sportpark Preungesheim spielten Täter und Geschädigte Seite an Seite auf Kunstrasen. Organisiert von TuS Makkabi Frankfurt. Der Verein, dessen Logo auf der Straße noch immer Angriffspunkt für Beleidigungen und körperliche Attacken ist.

Was damals auf dem Bolzplatz an der Gederner Straße passierte

Laut Zeugenaussagen schlugen und beleidigten arabische Kinder und Jugendliche vor zwei Jahren jüdische Altersgenossen auf dem Bolzplatz an der Gederner Straße mit antisemitischem Vokabular. Eine arabische Mutter soll am Rand gestanden und gerufen haben, Juden seien schlechte Menschen – mit jüdischen Kindern solle man nicht spielen. Eltern der Geschädigten wandten sich an die Polizei, bekamen jedoch zu hören, bei Aussage gegen Aussage sei nichts zu machen. Auch personelle Kapazitäten für eine regelmäßige Präsenz am Platz fehlten.

Ludmilla Movshyn, Vorstandsmitglied bei Makkabi Frankfurt, berichtet, dass sich damals das Projekt „Zusammen 1″ von Makkabi Deutschland einschaltete – eine Initiative gegen Antisemitismus und Diskriminierung im Sport. Über das Projekt wurde Quartiersmanager Oliver Fassing kontaktiert, der das Turnier am Samstag mit organisierte.

„Wir wollen nur, dass so was aufhört“

Bevor der Ball rollte, ergriff Co-Organisator David Movshyn das Mikrofon. Der 17-Jährige, der bei TuS Makkabi Basketball spielt, machte klar, was an diesem Tag gilt: „Niemand wird beleidigt, keiner geschlagen. Wir respektieren einander.“ Seine Mutter Ludmilla bringt das Ziel des Tages auf den Punkt: „Wir wollen nur, dass so was aufhört, mehr nicht.“

David erzählt auch, wie gefährlich es sein kann, mit Makkabi-Sportkleidung auf die Straße zu gehen – Beleidigungen und körperliche Attacken inklusive. Und das nicht nur für jüdische Mitglieder: Zu Makkabi gehören auch muslimische Sportler. Ihnen ergeht es mit dem Vereinslogo auf dem Rücken genauso.

Andreas Koch – ehrenamtlich und konsequent

Seit den Vorfällen engagiert sich Andreas Koch ehrenamtlich auf dem Bolzplatz an der Gederner Straße, jeden Sonntag von 11 bis 13 Uhr. Der 65-Jährige spielte einst als Profi für den FSV Frankfurt und trainierte später die Jugend von Eintracht Frankfurt. Über David Movshyn, der dort jahrelang kickte, fand er Zugang zu den Jugendlichen.

Sein Ansatz: klare Regeln, aber kein Dogmatismus. Wer sich danebenbentimmt, bekommt eine zweite Chance – begleitet von einem Gespräch. „Nur durch eine zweite Chance ergibt die Arbeit Sinn“, sagt Koch. Am Turnier betreute er gemeinsam mit Elif Çelik vom Sponsor Mainova eine Geschicklichkeitsstation. Trainer Jörg Schmitt vom BSC 1919 Frankfurt mahnte beide Mannschaften mit dem, was Fans auch von der Nationalmannschaft fordern: „Ihr müsst miteinander reden.“

Makkabi Frankfurt – weit mehr als ein Sportverein

TuS Makkabi Frankfurt verbindet seit 1965 sportliche Vielfalt mit jüdischem Leben und gesellschaftlichem Engagement. Heute zählt der Verein mehr als 5.500 Mitglieder aus 87 Nationen, die in 28 Abteilungen gemeinsam Sport treiben. Integration, Vielfalt, Toleranz und Respekt sollen im Vereinsalltag gelebt werden.

Der Verein organisierte Hilfen für ukrainische Kriegsflüchtlinge, bot kostenloses Training an und initiierte einen integrativen Frauenschwimmkurs für Frauen unterschiedlicher Religionen und Kulturen. Ein wichtiger Meilenstein: der 2026 eröffnete Makkabi Campus in Ginnheim. Auf rund 24.000 Quadratmetern vereint die neue Heimat Sport, Vereinsleben, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung – als Ort der Begegnung und Demokratiebildung.

Fußball gewinnt – Hass verliert

Beim Turnier traten insgesamt sieben Mannschaften an: drei Teams bei den Sechs- bis Neunjährigen, vier bei den Zehn- bis 14-Jährigen. Die Mannschaft von „Mbappé“ geriet zunächst in Rückstand und drehte das Spiel am Ende zu einem 6:1. Böse Worte fielen nicht. Eltern wie Diana Djeddi schauten zu – sie war eigentlich nur da, um sicherzustellen, dass ihr Sohn Adam genug trinkt, wie sie lachend erklärte.

Dieses Turnier zeigt: Sport kann verbinden. Makkabi Frankfurt macht es vor – mitten in der Weltstadt am Main. Jetzt reinhören, was Frankfurt bewegt!

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