
Frankfurt kündigt erneut eine Kampagne zu Freigängerkatzen und Vogelschutz an – nachdem das erste Versprechen aus 2023 zwei Jahre lang folgenlos blieb.
Frankfurt macht’s nochmal: Schon 2023 hatte die Stadt angekündigt, Katzenhalterinnen und Katzenhalter über die Gefahren aufzuklären, die Freigängerkatzen für heimische Vögel darstellen. Passiert ist danach – nichts. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Genau wie in einem früheren Beitrag über Frankfurts Engagement für mehr Verbraucherschutz und fairen Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern zeigt sich: Die Stadt nimmt Bürger-Initiativen ernst – aber manchmal braucht es einen zweiten Anstoß.
Das Umweltamt bestätigt das Versäumnis offen. Sprecherin Julia Hurtzig erklärt: „Die im Jahr 2023 angekündigte Kampagne wurde bislang nicht umgesetzt.“ Der Grund? „Aufgrund von Umorganisationen und Personalwechseln konnte das Vorhaben seinerzeit nicht weiterverfolgt werden.“ Kurz gesagt: Die Kampagne hat den Personalwechsel nicht überlebt.
Der Ursprung liegt auf der Ideenplattform der Stadt Frankfurt. Eine Bürgerin aus Schwanheim forderte dort mehr Schutz für heimische Vögel vor Hauskatzen. Über 200 Frankfurterinnen und Frankfurter unterstützten den Vorschlag – genug, damit sich die Stadt damit befassen musste. Das Umweltamt kündigte daraufhin für 2024 eine Informations- und Sensibilisierungskampagne an. Zwei Jahre später hat ein weiterer Bürger das Thema erneut auf die Plattform gebracht – mit der naheliegenden Frage: Was wurde eigentlich aus dem Versprechen?
Das Umweltamt hat reagiert. „Zu Beginn der nächsten Brut- und Setzzeit wird das Umweltamt das Thema erneut öffentlich aufgreifen und über geeignete Maßnahmen zum Schutz von Vögeln informieren“, so Hurtzig. Das dürfte also im Frühjahr 2027 der Fall sein – wenn Amseln, Meisen und Rotkehlchen wieder mit der Jungenaufzucht beginnen.
Eine verpflichtende Ausgangssperre für Katzen wird es dabei nicht geben. Das Umweltamt setzt stattdessen auf Freiwilligkeit und appelliert an die Verantwortung der Halterinnen und Halter. Die Empfehlung: Freigängerkatzen sollten während der Brutzeit – besonders in den frühen Morgen- und Dämmerungsstunden – möglichst im Haus bleiben.
Der Naturschutzbund (Nabu) Frankfurt unterstützt den Vorstoß. Geschäftsstellenleiterin Anja Adamik macht klar: „Freigängerkatzen gehören zu unseren Haustieren – ihr natürlicher Jagdtrieb macht sie in der Stadt jedoch zu einem zusätzlichen Risiko für Wildtiere.“ Besonders während der Brut- und Aufzuchtzeit könnten Katzen brütende Vögel stören und Jungvögel erbeuten. Der Nabu empfiehlt, Freigänger von März bis mindestens Mitte Juli – möglichst sogar bis Mitte August – vor allem am frühen Morgen im Haus zu halten.
Auch aus dem Tierschutz kommt Unterstützung. Sirikit Treiling vom Tierschutzverein Streunerhilfe Frankfurter Katz aus Zeilsheim plädiert am deutlichsten für einen gesicherten Freigang – etwa in einem Gehege oder einer Katzenvoliere. Wo das nicht möglich ist, sollten Katzen während der Brut- und Setzzeit zumindest bis zum späten Nachmittag drinbleiben. Treiling weist aber auch auf eine klare Grenze hin: Streunerkatzen lassen sich nicht einfach einsperren. Hier helfe nur ein kontinuierliches Kastrationsprogramm – und eine vogelfreundlichere Gestaltung von Grünflächen mit dornigen Sträuchern und dichtem Gebüsch als natürliche Schutzzone für Jungvögel.
Einen konkreten Schritt hat Frankfurt beim Katzenschutz bereits gemacht: Seit Oktober 2024 gilt in der Stadt eine Katzenschutzverordnung, die Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängerkatzen vorschreibt. Die versprochene Aufklärungskampagne zum Schutz der Vogelwelt blieb dagegen liegen – bis jetzt.
Die Stadt hat ein neues Versprechen gegeben. Ob die Kampagne im Frühjahr tatsächlich kommt, wird sich zeigen. Die Frankfurter Vogelwelt – und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger – dürften genau hinschauen. Wir bleiben für euch dran. Jetzt reinhören und auf dem Laufenden bleiben – mit dem besten Programm im Main-Gebiet!






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