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The BossHoss in Frankfurt: Country-Rock-Rodeo in der Jahrhunderthalle

The BossHoss rockten die ausverkaufte Jahrhunderthalle Frankfurt mit Country, Konfetti und Crowd-Surfing.

Redaktion
·
22. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 52 Minuten

Cowboyhüte, Konfetti und eine ausverkaufte Jahrhunderthalle

Der rote Samtvorhang fällt, zwei Schlagzeuge hämmern los und die Menge dreht durch — so startet der Abend, als The BossHoss in Frankfurt die Jahrhunderthalle übernehmen. Alec „Boss Burns“ Völkel und Sascha „Hoss Power“ Vollmer betreten die Bühne: weißer Cowboyhut, Gitarren, breites Grinsen. Mit „My Way“ als Opener braucht es keine fünf Minuten, bis die restlos ausverkaufte Halle zum schweißtreibenden Country-Rock-Rodeo geworden ist. Und genau so bleibt es für mehr als zwei Stunden.

Der Anlass für die große Party: The BossHoss feiern ihr zehnjähriges Bandjubiläum. Dazu war ihr Album „Dos Bros“ kurz zuvor auf Platz eins der deutschen Charts gelandet. Nach rund zwei Jahren Tourpause stehen die Berliner wieder genau dort, wo ihr Mix aus Country, Rock’n’Roll und Pop am besten funktioniert — vor einem live-hungrigen Publikum. Frankfurt ist einer von neun Terminen der Frühjahrstour, und alle Shows sind ausverkauft.

Bob Wayne heizt ein — Outlaw-Country als perfektes Warm-up

Bevor die Hauptband die Bühne betritt, passt auch der Support ziemlich exakt ins Bild. Bob Wayne begleitet The BossHoss auf allen neun Shows der Frühjahrstour und bringt seinen rauen Outlaw-Country mit. Mit seinem damals aktuellen Album „Hits the Hits“ jagt er bekannte Songs quer durch alle Genres durch seinen eigenen Country-Filter — Adele, Rihanna oder The Offspring landen plötzlich irgendwo zwischen Banjo, Western und Kneipenboden. Besseres Warm-up hätte es kaum geben können.

Um 21 Uhr fällt dann der rote Vorhang für The BossHoss. Was folgt, ist keine gewöhnliche Rockband, sondern eine kleine Gang: zwei Schlagzeuger, Gitarren, Bläser und Mundharmonika verdichten den Sound zu einem druckvollen Rockabend mit Cowboyhut. Weniger Nashville-Romantik, mehr Vollgas von Anfang bis Ende.

„Jolene“, „Don’t Gimme That“ und ein Ausflug ins Publikum

Die Setlist zieht zügig durch verschiedene Phasen der Bandgeschichte. Mit „Shake & Shout“, „What If“, „Rodeo Queen“ und „I Like It Like That“ kommen die großen BossHoss-Momente, dazu Stücke vom damals aktuellen Album „Dos Bros“ wie „Today, Tomorrow, Too Long, Too Late“ und der Titelsong. Der Rückweg zu einem gitarrenorientierten, weniger elektronischen Sound steht der Band live sichtbar gut.

Besonders laut wird die Jahrhunderthalle bei „Jolene“. Dolly Partons Klassiker in der BossHoss-Version — tiefer gelegt, aufgeraut, mit deutlich mehr Rock — lässt das Publikum sofort einsteigen. Und dann „Don’t Gimme That“: Konfetti fliegt, die Arme gehen hoch, der Refrain kommt aus allen Richtungen zurück. Zehn Jahre nach Bandgründung ist der Song längst eine der großen Live-Hymnen der Band.

Dass die zwei Cowboys Nähe zum Publikum nicht nur behaupten, beweist Alec Völkel beim OutKast-Cover „Hey Ya!“: Boss Burns verlässt die Bühne und lässt sich auf den Händen der Fans durch die Jahrhunderthalle tragen — keine kurze Runde bis zum Fotograben, sondern ein echter Ausflug durch die Menge. Und als wäre das nicht genug, zwingt Völkel die komplette Halle auf die Knie, nur um sie auf Kommando wieder hochspringen zu lassen.

Ein Frankfurter Heimspiel mit Handkäs-Rufen

Für ein kleines Schmunzeln sorgt Gitarrist Stefan „Russ T. Rocket“ Buehler. Als „Frankfurter Bub“ streut er immer wieder „Handkäs“- und „Ebbelwoi“-Rufe in den Saal — und bekommt dafür erwartbar deutliche Reaktionen aus der Menge. So wird aus einer Tourshow kurzerhand ein kleines Heimspiel.

Gegen Ende des Abends zeigt die Band noch eine andere Seite: Bei „Lady JD“ setzt sich Alec Völkel ans Klavier, die großen Gesten verschwinden für einen Moment und die Melodie bekommt mehr Platz. Ein sinnvoller Kontrast nach zwei Stunden Dauerbewegung. Lange hält die Ruhe nicht. Mit „Word Up!“ — dem Cameo-Klassiker — und dem berühmten Gitarrenmotiv aus Led Zeppelins „Kashmir“ wird die nächste Partyphase eröffnet. Für das große Finale holt die Band mehrere Dutzend Frauen aus dem Publikum auf die Bühne. Jetzt wird endgültig gemeinsam gefeiert.

Fazit: Country-Rock-Rodeo at its best

Mehr als zwei Stunden und rund 15 Minuten nach dem Fall des roten Vorhangs ist die Jahrhunderthalle durchgeschwitzt. „Dos Bros“, „Jolene“, „Don’t Gimme That“, Crowd-Surfing, Konfetti und eine Bühne voller Fans aus dem Publikum — The BossHoss haben in Frankfurt genau das abgeliefert, wofür sie seit Jahren stehen. Country vielleicht. Rock auf jeden Fall. Und leise war sowieso nie vorgesehen. Der Sound der Weltstadt liebt genau solche Abende!

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