
Frankfurts Weiher kämpfen gegen Hitze, Schlamm und Blaualgen. Die Stadt testet jetzt natürliche Bakterien- und Sauerstoffmethoden – günstiger und schonender…
Die Sommer werden heißer, und das spüren Frankfurts Weiher ganz direkt. Blaualgen, üble Gerüche, Schlammschichten am Grund – und im schlimmsten Fall kippt das Gewässer komplett um. Viele Lebewesen sterben, und der Weiher selbst verschwindet irgendwann einfach. Damit das nicht passiert, testet die Stadt Frankfurt jetzt ein natürliches Verfahren, das so clever wie günstig ist. Wir haben uns angeschaut, was dahintersteckt!
Hitze und längere Trockenphasen bringen kleinere Seen und Weiher richtig unter Druck. Laub, Zweige, Kot von Wasservögeln, abgeschwemmte Erde und abgestorbene Wasserpflanzen – all das sammelt sich am Grund und bildet nach und nach eine dicke Schlammschicht. Gleichzeitig breiten sich Blaualgen immer stärker aus, und der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt gefährlich. Miriam Leistenschneider-Jacob vom Grünflächenamt bringt es auf den Punkt: Wenn man gar nicht eingreifen würde, würden die Weiher nach und nach verschlammen oder irgendwann sogar austrocknen. Das klingt dramatisch – und ist es auch!
Bisher musste das Grünflächenamt alle zehn bis 20 Jahre richtig ran: Wasser ablassen, Fische umsiedeln, schweres Gerät einsetzen. Oder ein Boot mit Mähroboter losschicken, um die Algen zu schneiden. All das kostet nicht nur viel Geld und Zeit – es bedeutet auch, dass Parks und Weiher für Frankfurterinnen und Frankfurter gesperrt werden müssen. Nicht gerade das, was man sich in einem heißen Sommer wünscht!
Seit Ende April erprobt das städtische Grünflächenamt gemeinsam mit dem Biotechnologieunternehmen BluePlanet Germany eine völlig neue Methode am Rebstockweiher – und die ersten Ergebnisse sind beeindruckend. Uwe Nimmrichter von BluePlanet Germany stellte Anfang Mai noch 30 Zentimeter Kompaktschlamm und Schwebschlamm im Weiher fest. Mittlerweile? Fast verschwunden!
Das Verfahren setzt auf zwei natürliche Ansätze:
Uwe Nimmrichter hat das Verfahren ursprünglich in Südafrika kennengelernt. Jetzt kommt es erstmals in Frankfurt zum Einsatz – und das mit minimalem Eingriff in den Lebensraum. Miriam Leistenschneider-Jacob bringt die Vorteile klar auf den Punkt: Der Weiher bleibt in seiner Form erhalten, kein schweres Gerät, kein zerstörter Lebensraum.
Der Test läuft nicht nur am Rebstockweiher – auch der Försterwiesenweiher im Stadtwald ist dabei. Bewusst gewählt, weil im Forst ganz andere Bedingungen herrschen als mitten in der Stadt. Das Pilotprojekt kostet die Stadt Frankfurt über 800.000 Euro – klingt erstmal viel, ist aber laut Grünflächenamt deutlich günstiger als die bisherigen Methoden. Und das Beste: Alles mit natürlichen Mitteln!
Das Verfahren wird noch bis Ende des Jahres getestet. Anschließend soll über zwei Jahre wissenschaftlich untersucht werden, ob es die Probleme langfristig löst – auch in anderen Seen und Weihern in Hessen. Wenn sich die Methode an beiden Frankfurter Standorten bewährt, soll sie auf weitere Weiher in der Stadt übertragen werden. Frankfurt bleibt also dran – für grüne Oasen, die auch in heißen Sommern überleben!






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.