Nach Sabotageversuchen an Umspannwerken warnen Mainova und Süwag: Absoluten Schutz gibt es nicht. Alle neuen Entwicklungen für Frankfurt im Überblick.
Die Sicherheitslage rund um kritische Infrastruktur in Deutschland spitzt sich zu – und Frankfurt ist mittendrin. Nach einem versuchten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen und mehreren Sabotageversuchen an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sind die Netzbetreiber in der Region in erhöhter Alarmbereitschaft. In einem früheren Beitrag haben wir bereits beleuchtet, wie Mainova und Süwag mit der wachsenden Bedrohung umgehen. Jetzt gibt es neue Entwicklungen – und die sind alarmierend.
Mainova-Pressesprecherin Ulrike Schulz macht klar: „Die aktuellen Vorfälle in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nehmen wir sehr ernst.“ Der Betreiber steht nach eigenen Angaben im regelmäßigen Austausch mit den Behörden und prüft kontinuierlich, ob neue Erkenntnisse eine Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen erfordern. Ein wichtiger Pluspunkt: Das Frankfurter Stromnetz der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) sei zu großen Teilen eng vernetzt – bei Ausfällen sei daher „oft eine redundante Versorgung gewährleistet“.
Noch deutlicher wird Süwag-Sprecher Dominik Rudolf mit einem klaren Statement: „Gegen extreme kriminelle Energie oder gezielte Sabotage gibt es keinen absoluten Schutz.“ Stattdessen konzentriert sich Süwag auf schnelle Störungserkennung und möglichst zügige Wiederherstellung der Versorgung – mit eingespielten Entstörungs- und Krisenprozessen sowie technischen Möglichkeiten zur Fehlerlokalisierung. Konkrete Details zu Sicherheitsmaßnahmen nennen beide Betreiber aus nachvollziehbaren Gründen nicht öffentlich.
Auch auf politischer Ebene wird die neue Bedrohungslage ernst genommen. Innenminister Roman Poseck (CDU) warnte im Landtag: „Seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine gerät auch die kritische Infrastruktur immer mehr in den Fokus.“ Das hybride Anschlagsszenario am Leipziger Flughafen im August zeige laut Poseck „eine neue Dimension“ – Russland werde „immer aggressiver“.
Als direkte Reaktion ruft das hessische Innenministerium ab Montag eine Resilienzwoche aus. Ziel ist es, die Bevölkerung für Eigenvorsorge und Selbstschutz zu sensibilisieren. Poseck selbst will dabei aktiv mitmachen: Er führt Gespräche, begleitet einen Hubschrauberstreifenflug und packt symbolisch einen Notfallbeutel mit Vorrat für den Ernstfall. Für euch zuhause gilt: Wer sich vorbereitet, ist klar im Vorteil – denkt an Taschenlampen, Wasservorräte und einen Ersatzakku fürs Handy!
Der versuchte Drohnenanschlag in Leipzig hat auch am Frankfurter Flughafen die Alarmglocken läuten lassen. Betreiber Fraport setzt laut eigener Aussage auf ein „umfassendes Sicherheitskonzept mit Zugangskontrollen, Überwachungssystemen und regelmäßigen Patrouillen“. Sicherheitskräfte sind rund um die Uhr im Einsatz, und die Zusammenarbeit mit Polizeibehörden sowie der Deutschen Flugsicherung ist fest verankert.
Für den Fall einer Drohnensichtung gibt es festgelegte Meldewege und Notfallketten. Die Deutsche Flugsicherung entscheidet dann je nach Lage über mögliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Schulungen für Personal und Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung runden das Konzept ab. Fraport betont außerdem: „Wir überprüfen laufend die genannten Maßnahmen im Themenfeld Drohne und beobachten die Entwicklung intensiv.“
Die Botschaft ist klar: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht – das sagen die Betreiber selbst. Aber Mainova, Süwag und Fraport arbeiten intensiv daran, Störungen schnell zu erkennen und die Versorgung rasch wiederherzustellen. Die Resilienzwoche des Landes Hessen ist ein weiterer Schritt, um Frankfurt und die gesamte Region widerstandsfähiger zu machen. Der Sound der Weltstadt darf nicht verstummen – also bleibt informiert, bleibt vorbereitet und hört rein bei Radio Frankfurt!






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