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Frankfurts Stromnetz im Visier: Wie sicher sind wir vor Sabotage?

Sabotagefälle an Umspannwerken alarmieren auch Frankfurt: Wie sicher sind Stromnetz und Flughafen wirklich? Mainova, Süwag und Fraport antworten.

Redaktion
·
5. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Stunden

Alarmstufe erhöht: Was die Sabotagefälle für Frankfurt bedeuten

Drohnenangriff auf den Leipziger Flughafen, Sabotageakte an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen – die Nachrichten der letzten Tage machen deutlich: Kritische Infrastruktur rückt immer mehr in den Fokus von gezielten Angriffen. Und das wirft natürlich eine ganz entscheidende Frage auf: Wie sicher ist eigentlich Frankfurt? Wie gut ist unser Stromnetz geschützt – und was passiert am Flughafen, wenn eine Drohne auftaucht?

Wir haben die wichtigsten Infos für euch zusammengefasst.

Mainova und Süwag: In Alarmbereitschaft, aber ehrlich

Die beiden großen Stromnetzbetreiber in der Region – Mainova und Süwag – nehmen die aktuelle Lage sehr ernst. „Die aktuellen Vorfälle in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen nehmen wir sehr ernst“, sagt Ulrike Schulz, Pressesprecherin der Mainova. Man stehe mit den Behörden im regelmäßigen Austausch und prüfe kontinuierlich, ob neue Erkenntnisse eine Anpassung der Sicherheitspläne erfordern.

Ein wichtiger Pluspunkt für Frankfurt: Das Stromnetz der Mainova-Tochter Netzdienste Rhein-Main GmbH (NRM) ist zu großen Teilen eng vernetzt. Das bedeutet: Bei Ausfällen ist oft eine redundante Versorgung gewährleistet – also eine Art Backup-System, das einspringt, wenn ein Teil des Netzes ausfällt.

Genaue Details zu konkreten Schutzmaßnahmen nennen beide Betreiber aus Sicherheitsgründen nicht. Aber sie sind transparent genug, um klarzumachen: Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. „Gegen extreme kriminelle Energie oder gezielte Sabotage gibt es keinen absoluten Schutz“, sagt Dominik Rudolf, Sprecher der Süwag. Der Fokus liegt deshalb auf schneller Störungserkennung und der möglichst raschen Wiederherstellung der Versorgung – mit eingespielten Entstörungs- und Krisenprozessen sowie technischen Mitteln zur Fehlerlokalisierung.

Bei der Süwag stehen außerdem Themen wie Cyberresilienz, Krisenvorsorge, der Schutz kritischer Anlagen und Versorgungssicherheit besonders im Fokus.

Hessen reagiert: Resilienzwoche und Eigenvorsorge

Auch auf politischer Ebene wird gehandelt. Innenminister Roman Poseck (CDU) hat sich klar positioniert: „Seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine gerät auch die kritische Infrastruktur immer mehr in den Fokus.“ Der Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen zeige eine neue Dimension der Bedrohung.

Das hessische Innenministerium ruft deshalb eine Resilienzwoche aus – mit dem Ziel, die Bevölkerung für Eigenvorsorge und Selbstschutz zu sensibilisieren. Poseck selbst will dabei aktiv mitmachen: Gespräche führen, einen Hubschrauberstreifenflug begleiten und einen Notfallbeutel mit Vorrat für den Ernstfall packen. Eine klare Botschaft: Vorbereitung fängt bei jedem Einzelnen an!

Frankfurter Flughafen: Rund um die Uhr in Bereitschaft

Auch am Frankfurter Flughafen ist das Thema Drohnensicherheit nach dem Vorfall in Leipzig noch mehr in den Mittelpunkt gerückt. Betreiber Fraport setzt auf ein umfassendes Sicherheitskonzept mit Zugangskontrollen, Überwachungssystemen und rund um die Uhr präsenten Sicherheitskräften, die das Gelände kontrollieren.

„Wir überprüfen laufend die genannten Maßnahmen im Themenfeld Drohne und beobachten die Entwicklung intensiv, um neuen Herausforderungen in enger Abstimmung mit den Behörden und Organisationen zu begegnen“, so eine Fraport-Sprecherin. Für Drohnensichtungen gibt es festgelegte Meldewege und Notfallketten – und die Deutsche Flugsicherung entscheidet je nach Situation über die Auswirkungen auf den Flugbetrieb. Regelmäßige Trainings und Übungen sorgen dafür, dass alle Beteiligten im Ernstfall effizient zusammenarbeiten.

Außerdem setzt Fraport auf Sensibilisierung: Personal wird durch gezielte Schulungen auf das Thema Drohnensicherheit vorbereitet – und auch die Öffentlichkeit soll stärker einbezogen werden.

Was bedeutet das für uns alle?

Die Botschaft ist klar: Frankfurt und die Region sind wachsam – aber absolute Sicherheit kann niemand versprechen. Umso wichtiger ist es, dass Behörden, Netzbetreiber, Flughäfen und wir als Bevölkerung gemeinsam vorbereitet sind. Die Resilienzwoche des hessischen Innenministeriums ist ein guter Anlass, sich selbst zu fragen: Bin ich für den Ernstfall gerüstet? Ein Notfallvorrat zu Hause, aktuelle Infos von vertrauenswürdigen Quellen – das kann im Zweifel den Unterschied machen.

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