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Frankfurts Luft wird besser – doch ab 2030 droht die nächste Herausforderung

Frankfurt hält aktuell alle Feinstaub-Grenzwerte ein – doch ab 2030 verschärft die EU die Vorgaben drastisch.

Redaktion
·
19. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Stunden

Gute Nachrichten für Frankfurter Lungen – vorerst

Frankfurt macht Fortschritte beim Thema Luftqualität! Die Stadt hält aktuell alle gesetzlichen Grenzwerte für Luftschadstoffe ein. Das ist eine echte Verbesserung im Vergleich zu früheren Jahren, als sogar Fahrverbote für ältere Diesel- und Benzinautos im Gespräch waren. Doch die Entwarnung ist nur eine halbe – denn ab 2030 verschärft die EU die Grenzwerte deutlich.

Wer Frankfurt liebt und die Stadt in all ihren Facetten entdecken will – ob Skyline, Römer oder Grüne Soße – der weiß: Diese Stadt hat viel zu bieten. Genau das zeigen wir auch in einem früheren Beitrag über das Kinderbuch „Unser Frankfurt“, das Groß und Klein einlädt, die Mainmetropole neu zu entdecken. Doch zur ehrlichen Stadtliebe gehört auch ein Blick auf die Luft, die wir dabei einatmen.

Wo und was wird gemessen?

Das Hessische Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (HLNUG) misst an vier Standorten kontinuierlich die wichtigsten Schadstoffe: beim Bahnhof Frankfurt-Höchst, beim Güterbahnhof in Frankfurt-Ost, an der Friedberger Landstraße und in Schwanheim. Zu den wichtigsten Luftschadstoffen zählen Stickstoffdioxid, Feinstaub (PM10 und PM2,5) sowie im Sommer Ozon.

Die Hauptquelle für Stickstoffdioxid und Feinstaub ist laut dem Frankfurter Umweltamt der Straßenverkehr. „Entsprechend ist die Schadstoffbelastung an stark befahrenen Straßen in der Regel höher als in verkehrsarmen Wohngebieten oder Grünanlagen“, erklärt Susanne Schierwater vom Umweltamt. Wer also regelmäßig an der Friedberger Landstraße radelt oder läuft, weiß das aus eigener Erfahrung. Auch Bebauungsstruktur und Wetter spielen eine Rolle: In engen Straßenschluchten reichern sich Schadstoffe stärker an, während Wind die Luft schnell austauscht.

Wie hat sich die Luft verbessert?

Die gute Entwicklung ist kein Zufall. Das Umweltamt führt sie auf die Verkehrspolitik der vergangenen Jahrzehnte und die Maßnahmen aus dem Masterplan Mobilität zurück. Beides hat den Anteil des Autoverkehrs an allen Wegen der Frankfurterinnen und Frankfurter um 23 Prozent reduziert (Stand 2023). Konkret bedeutet das: 625.000 Wege an einem mittleren Werktag – fast 100.000 weniger als 1998, obwohl die Stadt seitdem um 120.000 Einwohner gewachsen ist. Das ist eine beachtliche Leistung!

Ab 2030: Halb so viel ist erlaubt

Jetzt kommt das große Aber. Die EU hat 2024 beschlossen, die Grenzwerte ab 2030 drastisch zu verschärfen. Statt bisher 40 Mikrogramm pro Kubikmeter dürfen es bei Stickstoffdioxid und PM10-Feinstaub dann nur noch 20 sein. Bei PM2,5-Feinstaub sinkt der Grenzwert von 25 auf 10 Mikrogramm.

„Nach derzeitiger Einschätzung wird ihre Einhaltung insbesondere beim Stickstoffdioxid eine Herausforderung darstellen“, sagt Susanne Schierwater vom Umweltamt. Aktuell wird dieser neue Wert in Frankfurt nur in Schwanheim eingehalten – und diese Messstation steht abseits des bebauten Gebiets, spiegelt also nicht direkt die Belastung der Bewohnerinnen und Bewohner wider.

Um die neuen Vorgaben zu erfüllen, wird der bestehende Luftreinhalteplan für Frankfurt aus dem Jahr 2020 weiterentwickelt. Laut dem Land Hessen dürften Maßnahmen vor allem den Verkehr treffen.

WHO-Empfehlungen gehen noch weiter

Für alle, die es noch genauer wissen wollen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar noch strengere Werte als die künftigen EU-Vorgaben. Sie rät bei PM2,5-Feinstaub im Jahresmittel zu maximal 5 Mikrogramm pro Kubikmeter, bei PM10 zu höchstens 15 Mikrogramm. Diese Werte werden in Deutschland an den meisten Stationen überschritten – so auch an mehreren Frankfurter Messstationen.

Dabei ist die Gesundheitsgefahr real: Auch niedrige Dauerbelastungen durch Feinstaub erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie bestimmte Krebsarten. Laut EU-Angaben starben im Jahr 2023 rund 280.000 Menschen in Europa vorzeitig aufgrund von Luftverschmutzung.

Frankfurt muss dranbleiben

Frankfurt ist auf einem guten Weg – keine Frage. Doch die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Mainmetropole auch die verschärften EU-Grenzwerte ab 2030 einhalten kann. Die Stadt, die wir alle lieben und die wir so gerne entdecken, verdient saubere Luft – für Kinder, Familien und alle, die hier leben. Jetzt reinhören und informiert bleiben – Radio Frankfurt hält euch auf dem Laufenden!

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