
Die Frankfurter Buchmesse 2026 kommt mit neuem Hallenkonzept und Ehrengast Tschechien. Vom 7. bis 11. Oktober erwarten euch über 1.000 Autorinnen und Autoren.
Es wird ein besonderer Moment: Juergen Boos, seit zwanzig Jahren Direktor der Frankfurter Buchmesse, blickt zum letzten Mal bei einer Pressekonferenz auf „seine“ Messe voraus. „Eine sehr spezielle Situation“, sagt der 65-Jährige mit hörbarem Bedauern. „Ich werde es vermissen.“ Doch bevor er das Steuer übergibt, krempelt er noch einmal ordentlich um – und das ist gut so!
Denn die 78. Frankfurter Buchmesse, die vom 7. bis 11. Oktober ihre Tore öffnet, kommt mit einem komplett überarbeiteten Hallenkonzept. Das Ziel: Bücher und ihre Leserinnen und Leser schneller zusammenbringen. Boos hat sich zwanzig Jahre lang mit der Frage beschäftigt, wie Geschichten ihre Zielgruppe finden. Die Antwort lautet: über echte Begegnungen – und die sollen jetzt einfacher werden.
Populäre Publikumsverlage ziehen ins Erdgeschoss der Hallen rund um die sogenannte „Agora“, den zentralen Platz des Messegeländes. Spezialverlage und der Rechtehandel wandern in die oberen Etagen. Fans von Romance, Fantasy und New Adult finden ihre Lieblingsautoren und -autorinnen verteilt auf Festhalle, Agora und die Hallen 3 bis 5. Krimi-Fans dürfen sich auf eine eigene „Crime World“ in Halle 5 freuen, und für Kinder gibt es ein Angebot in Halle 4 sowie im Congress Centre.
Der Grund für den Umbau? Klare Ansage von Boos: „Wir waren zuletzt überbucht.“ Neben der besseren Zugänglichkeit spielten also auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Auf weit über 1.000 Autorinnen und Autoren dürfen sich Besucher auf den zahlreichen Bühnen freuen – darunter auch die gemeinsame Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat, die an allen Messetagen volles Programm bietet.
Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 ist Tschechien – mit dem rätselhaften Motto „Ein Land an der Küste“. Der Gedanke dahinter: In William Shakespeares „Wintermärchen“ wird Böhmen kurzerhand ans Meer verlegt. Als „Küste der Fantasie“ präsentiert sich der Gastland-Pavillon – mit aufblasbaren Kieselsteinen, Bojen und einem Leuchtturm, der literarische Zitate auf die Umgebung projiziert. Klingt nach einem echten Hingucker!
Aus Tschechien reisen 75 Autorinnen und Autoren nach Frankfurt. Rund 150 Neuerscheinungen in deutscher Übersetzung werden präsentiert. Und auch abseits des Messegeländes wird Tschechien sichtbar: In Frankfurter Museen zeigen zehn Ausstellungen das Gastland von verschiedenen Seiten – von Kunst und Architektur bis hin zu Archäologie und Buchdruck.
Nicht unumstritten: Zur Eröffnung der Buchmesse soll der tschechische Kulturminister Oto Klempíř sprechen – gemeinsam mit dem Bundesbeauftragten für Kultur, Wolfram Weimer. Klempíř gehört der rechtspopulistischen „Motoristen“-Partei an und war zuletzt wegen seines Vorgehens gegen die öffentlich-rechtlichen Medien seines Landes scharf in der Kritik. Boos kommentiert die politische Lage so: „Ich glaube, Tschechien ist nur ein Spiegel dessen, was in ganz Mitteleuropa und Westeuropa im Moment passiert.“ Die Auseinandersetzung damit würden die Autorinnen und Autoren mitbringen. So spricht zur Eröffnung auch die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková, die sich in ihren Romanen mit den dunklen Seiten der europäischen Geschichte auseinandersetzt.
Politisch wird es auch beim Forum „Frankfurt Calling“: Internationale Gäste diskutieren dort über Demokratie, Menschenrechte, weltweite Konflikte und die Folgen technologischer Entwicklungen. Mit dabei sind unter anderem Ex-Vizekanzler Robert Habeck, Friedenspreisträger Philippe Sands, die Historikerin Jill Lepore sowie Gisèle Pelicot und Wolf Biermann. Starke Namen, starke Themen – genau das, wofür Frankfurt steht!
Die 78. Frankfurter Buchmesse öffnet vom 7. bis 11. Oktober 2026. Für das allgemeine Publikum geht’s ab dem 9. Oktober los. Außerhalb des Messegeländes lädt das traditionelle Lesefest „Open Books“ ein – dort liest unter anderem auch der Gewinner oder die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2026. Die Zahl der Aussteller bewegt sich laut Buchmesse-Sprecher Torsten Casimir auf Vorjahresniveau – im vergangenen Jahr waren es 4.350. Jetzt reinhören und informiert bleiben – Radio Frankfurt begleitet euch durch die spannendsten Tage des Bücherherbstes!
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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