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Tragischer E-Roller-Unfall in Frankfurt: Zwei Tote – jetzt wird das Urteil erwartet

E-Roller-Unfall in Frankfurt: Zwei Brüder starben, ein Freund kämpft mit schweren Verletzungen. Jetzt wird das Urteil gegen den Fahrer erwartet – alle Infos…

Redaktion
·
15. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 41 Minuten

Ein Abend unter Freunden endet in einer Katastrophe

Ein letztes gemeinsames Foto in einem asiatischen Restaurant in Frankfurt – vier Freunde, die lachen und sich freuen. Wenige Stunden später ist nichts mehr, wie es war. Was in der Nacht des 6. Juli 2025 an der Mainzer Landstraße passierte, erschüttert die ganze Stadt.

Hieu Hoang Trung, Duy Quang Nguyen und dessen Zwillingsbruder Quang Minh fahren gemeinsam mit E-Rollern auf einem gekennzeichneten Fahrradweg in Richtung ihres Hotels. Quang Minhs Freundin folgt mit etwas Abstand. Kurz nach einer Kreuzung nahe dem Hauptbahnhof rast ein schwarzer Toyota Corolla Verso in die Gruppe. Zuerst trifft das Auto die Zwillinge – sie und ihr Roller werden in die Luft geschleudert. Nur 0,3 Sekunden später kollidiert der Wagen mit dem E-Scooter von Hieu Trung, der auf die Motorhaube katapultiert wird. Sein Kopf durchschlägt die Windschutzscheibe. Quang Minhs Freundin muss alles mit ansehen.

Zwei Brüder sterben – ein Freund kämpft ums Leben

Die Zwillinge sterben noch am Tag des Unfalls. Hieu Trung überlebt schwer verletzt – er verlor ein Bein, leidet seitdem an epileptischen Anfällen und Erinnerungslücken und wartet derzeit auf eine Lebertransplantation. Die vierte Rollerfahrerin leidet an einer so schweren posttraumatischen Belastungsstörung, dass sie auch ein Jahr nach dem Unfall nicht vor Gericht aussagen kann.

Seit Ende Juni steht der Fahrer des Toyotas vor dem Frankfurter Landgericht: Mohammad S., 23 Jahre alt. Er war noch in der Nacht zum Unfallort zurückgekehrt und hatte sich der Polizei gestellt. Seit Juli 2025 sitzt er in Untersuchungshaft.

Viel zu schnell und dann einfach weitergefahren

Fest steht: Mohammad S. war deutlich zu schnell unterwegs. An der Mainzer Landstraße sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Ein Gutachter schätzte die Geschwindigkeit des Toyotas auf rund 87 Kilometer pro Stunde. Nach dem Unfall fuhr S. fast vier Kilometer durch Frankfurt weiter, bevor er das Auto auf einem Parkplatz zwischen Schrottautos abstellte.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im Fall der Zwillinge fahrlässige Tötung vor. Im Fall von Hieu Trung lautet der Vorwurf: versuchter Mord durch Unterlassen – weil er nach dem Unfall einfach weiterfuhr. Sie fordern eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.

Lachgas, Schock oder Kalkül – das ist die entscheidende Frage

Im Laufe des Verfahrens stand der Verdacht im Raum, Mohammad S. habe während der Fahrt Lachgas konsumiert. Ein Mitfahrer – nicht mit dem Angeklagten befreundet – hatte genau das bei der Polizei ausgesagt. Die anderen drei Insassen widersprachen ihm. Mohammad S. selbst gibt an, er habe Lachgas am Mainufer inhaliert, aber nicht kurz vor oder während der Fahrt.

Ein toxikologischer Sachverständiger stellte zwar fest, dass Lachgas zu Wahrnehmungsverzerrungen, Gleichgewichtsstörungen und Geschwindigkeitsverstößen führen kann – genau das, was zur Fahrweise in jener Nacht passen würde. Allerdings konnte nicht „mit der notwendigen an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ belegt werden, dass der Unfall auf Lachgaskonsum zurückzuführen ist. Der Mitfahrer, der S. belastet hatte, erwies sich im Prozess als unglaubwürdig – im Plädoyer der Staatsanwaltschaft tauchen seine Aussagen nicht mehr auf.

Die entscheidende Frage: Warum fuhr Mohammad S. nach dem Unfall einfach weiter? War es Kalkül – oder Schock? Ein psychiatrischer Sachverständiger erklärte, ein „Unfallschock“ könnte erklären, warum S. weiterfuhr. Festlegen wollte er sich nicht. In so einer Situation weiterzufahren, „passt zu Psychopathen“ – zu Mohammad S. aber nicht, so der Gutachter.

Urteil steht bevor – Frankfurt wartet

Die Verteidigung glaubt, dass S. drei bis vier Minuten nach der Kollision weitergefahren ist, „ohne die Wirklichkeit zu erfassen“. Sein Rechtsanwalt fordert deshalb eine Bewährungsstrafe und die Aufhebung des Haftbefehls. Das Gericht will nun sein Urteil verkünden.

Dieser Prozess bewegt Frankfurt tief. Zwei junge Männer sind tot, ein Freund kämpft täglich mit den Folgen dieser Nacht – und eine junge Frau wird das Gesehene wohl nie vergessen. Jetzt reinhören und auf dem Laufenden bleiben – Radio Frankfurt berichtet weiter für euch aus dem Main-Gebiet.

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