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Frankfurt zeigt Solidarität nach CSD-Anschlag in Berlin – Mahnwachen auf Paulsplatz und Römerberg

Nach dem CSD-Anschlag in Berlin versammelten sich in Frankfurt rund 250 Menschen auf dem Paulsplatz – ein starkes Zeichen für Solidarität und gegen Hass.

Redaktion
·
27. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Trauer, Wut und Solidarität auf Frankfurts Straßen

Der Schock sitzt tief – auch hier in Frankfurt. Nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin sind die Menschen in unserer Stadt nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen. Auf dem Paulsplatz versammelten sich rund 250 Menschen zu einer Gedenkkundgebung, um gemeinsam zu trauern, Solidarität zu zeigen und ein klares Zeichen gegen Hass und Gewalt zu setzen. Organisiert wurde die Kundgebung vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Frankfurt gemeinsam mit dem CSD Frankfurt e.V.

„Die Tat erschüttert weit über Berlin hinaus viele queere Menschen und ihre Verbündeten. Umso wichtiger ist es, jetzt füreinander da zu sein“, hieß es im Versammlungsaufruf auf Instagram. Und Frankfurt hat geantwortet – mit Regenbogenflaggen, Kerzen und Zusammenhalt.

„Es hätte auch hier passieren können“

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten an diesem Abend aus, was so viele bewegt. Moritz, einer der Anwesenden, brachte es auf den Punkt: „Es hätte auch hier passieren können.“ Die Ereignisse in Berlin hätten ihn nicht losgelassen. „Ich war ohnmächtig. Ich wusste nicht, wohin mit mir“, sagte er.

Auch Anna war gekommen – gemeinsam mit ihrer Tochter, mit der sie am 18. Juni beim CSD in Frankfurt mitgelaufen war. Sie kritisierte den politischen Umgang mit dem Thema deutlich: „Mich stört es, dass wir jetzt eine Politik haben, die von einer Feier spricht, von einer Party. Das war eine Demonstration.“ Queerness werde in der öffentlichen Debatte in „irgendwelche schrägen Ecken gerückt“ – ein Bild, das sie korrigieren möchte.

Jörg, Mike und Holger standen ebenfalls in der Menge. Mikes Antwort auf die Frage, warum er da ist, war unmissverständlich: „Solidarität!“ Jörg ergänzte: „Ich bin wütend, ehrlich gesagt.“ Es sei erschreckend, „dass man im 21. Jahrhundert, 2026, gerade mit den Erfahrungen Deutschlands, jetzt Flagge zeigen muss.“ Von der Politik forderte er „Klarheit und Mut, unangenehme Dinge auszusprechen.“

Hoffnung trotz allem – Frankfurt steht zusammen

Zwischen all der Trauer und Fassungslosigkeit leuchtete an diesem Abend auf dem Paulsplatz auch Hoffnung auf. Holger freute es, dass so viele Menschen zusammengekommen waren. Und er stand damit nicht allein: Bereits am Sonntagabend hatten etwa 500 Menschen bei einer Mahnwache auf dem Römerberg an die Opfer des Angriffs erinnert. Frankfurt hat zweimal in kurzer Zeit gezeigt: Diese Stadt lässt queere Menschen nicht allein.

Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter Abdul B. wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz getötet.

Frankfurt debattiert: Wie geht die Stadt mit Gemeinschaftsthemen um?

Die Ereignisse rund um den CSD-Anschlag werfen auch eine breitere Frage auf: Wie ernst nimmt Frankfurt die Bedürfnisse seiner Community – und wo setzt die Stadt ihre Prioritäten? Wir haben uns das zuletzt in einem anderen Zusammenhang gefragt: In unserem früheren Beitrag zur Zwei-Millionen-Euro-Kunstinstallation an der Konstablerwache haben wir beleuchtet, wie die Stadt Geld für temporäre Kunstprojekte ausgibt – während gleichzeitig etwa die Förderung für das Theater an der Alten Brücke um 22.000 Euro gekürzt wurde. Die Debatte, wofür Frankfurt sein Geld einsetzt und wessen Bedürfnisse dabei wirklich gehört werden, ist also keine neue. Umso lauter ist jetzt das Signal, das Hunderte Frankfurterinnen und Frankfurter auf Paulsplatz und Römerberg gesendet haben: Sichtbarkeit und Schutz für queere Menschen sind keine Nebensache – sie sind eine gesellschaftliche Verantwortung.

Regenbogenflaggen über dem Paulsplatz, Stimmen voller Trauer und Entschlossenheit, und eine Stadt, die zusammenkommt – das ist der Sound der Weltstadt Frankfurt, wenn es darauf ankommt. Jetzt reinhören, mitdenken und Flagge zeigen!

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