
Etwa 60 Frankfurter Stadtbeschäftigte hielten auf dem Römerberg eine Schweigeminute für die Opfer des Mordes in Stade ab. Ein stilles, aber starkes Zeichen.
Der Römerberg ist normalerweise ein Ort voller Leben: Touristen, Hochzeitsgesellschaften, das typische Frankfurter Stadtgewusel. Doch am Dienstagmittag hielt die Hektik kurz inne. Etwa 60 Menschen versammelten sich auf dem Römerberg – still, in sich gekehrt, bewegt. Der Grund: eine spontane Schweigeminute für die Opfer des Mordes in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade.
In Stade wurden sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung getötet. Eine Tat, die bundesweit für Fassungslosigkeit gesorgt hat – und auch hier bei uns in Frankfurt tiefe Betroffenheit auslöst. Besonders jene, die tagtäglich in der Kinder- und Sozialarbeit tätig sind, spüren den Schmerz über solch eine Gewalttat ganz unmittelbar.
Organisiert wurde die Trauerstunde vom Gesamtpersonalrat der Stadt Frankfurt. Mitarbeitende des Jugend- und Sozialamts hielten ein großes Banner in die Höhe, auf dem einfach und klar stand: „Frankfurt trauert. Jugend- und Sozialamt.“ Andere trugen Schilder mit Botschaften wie „Wir denken an Euch“ oder „Wir trauern mit der Mutter-Kind-Einrichtung in Stade“.
Was diese Aktion besonders macht: Sie war spontan. Keine große Bühne, kein aufwendiges Programm – nur Menschen, die zusammenstehen und zeigen: Wir lassen euch nicht allein mit diesem Schmerz. Inmitten des touristischen Trubels am Römerberg war dieser stille Moment ein starkes Zeichen der Solidarität.
Der Wunsch, der dabei mitschwingt, ist klar: weniger Eskalation, mehr Miteinander. Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten, setzen sich jeden Tag dafür ein – und sie machen deutlich, dass ihnen das, was in Stade passiert ist, nicht gleichgültig ist. Es geht ihnen ans Herz.
Solche Momente erinnern uns daran, was eine Stadt ausmacht: nicht nur Hochhäuser und Finanzplatz, sondern auch Menschlichkeit, Zusammenhalt und Empathie. Dass sich Beschäftigte der Stadt Frankfurt gemeinsam versammeln, um zu trauern und ein Zeichen zu setzen, macht deutlich: Der Sound der Weltstadt hat auch leise Töne – und die zählen genauso.
Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und allen Menschen, die von dieser Tat betroffen sind.






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