
Frankfurt trauert um Hans-Erhard Haverkampf: Der frühere Baudezernent starb im Alter von 85 Jahren.
Traurige Nachricht aus dem Römer: Der frühere Frankfurter Baudezernent Hans-Erhard Haverkampf ist tot. Er wurde 85 Jahre alt. Die Stadt Frankfurt hat seinen Tod offiziell bestätigt und damit Abschied genommen von einem Mann, der das Stadtbild über Jahrzehnte mitgeformt hat wie kaum ein anderer.
Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) brachte es auf den Punkt: Haverkampf habe Frankfurt „geprägt wie nur wenige“. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke (CDU) betonte, er habe viele Projekte „mit großem Durchsetzungswillen“ vorangebracht. Und genau das war er – ein Macher, der anpackte und lieferte.
Hans-Erhard Haverkampf war Sozialdemokrat durch und durch. 1975 übernahm er das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt. Als 1977 die CDU die Kommunalwahl gewann und Walter Wallmann Oberbürgermeister wurde, wäre für die meisten Dezernenten der politischen Opposition die Karriere damit beendet gewesen. Nicht so für Haverkampf. Wallmann erkannte, dass er ihn brauchte – und ließ ihn im Amt. Haverkampf rückte ins Baudezernat.
Diese Entscheidung sollte sich auszahlen. Denn in den 80er Jahren war Haverkampf an nahezu allen Großprojekten der Stadt beteiligt. Er dachte pragmatisch, suchte schnelle und kostengünstige Lösungen – und brachte Ergebnisse.
Wer heute am Museumsufer entlangspaziert und die einzigartige Aneinanderreihung von Ausstellungshäusern bewundert, der schaut auf ein Stück Haverkampf. Während Kulturdezernent Hilmar Hoffmann (SPD) in den 70er und 80er Jahren das politische Mastermind hinter dem Museumsufer war, sorgte Haverkampf für die Umsetzung – und das ohne Kostenexplosion. Bundesweit einzigartig bis heute.
Dazu kamen die Rekonstruktion der Ostzeile am Römerberg, die Sanierung der Paulskirche und der Ausbau der U-Bahn. Eine Projektliste, die sich noch lange fortsetzen ließe. „Er war, wie man heute sagen würde, ein sehr erfolgreicher Macher“, sagte Oberbürgermeister Mike Josef.
Haverkampf blieb seiner Art treu – auch im Ruhestand. Rund sieben Jahre vor seinem Tod meldete er sich noch einmal öffentlich zu Wort: Mitten in der Debatte um Sanierung oder Neubau der Städtischen Bühnen erklärte er, das Gebäude sei für 130 Millionen Euro zu sanieren. Im Römer kam das nicht gut an – die Kommunalpolitik war da längst überzeugt, dass mindestens 900 Millionen Euro nötig seien. Mittlerweile ist der Neubau beschlossen, der rund das Zehnfache der von Haverkampf genannten Summe kosten wird. Ob er recht hatte? Frankfurt diskutiert das noch.
Hans-Erhard Haverkampf war unbequem, direkt und lösungsorientiert. Genau die Art Mensch, die Frankfurt immer wieder gebraucht hat. Der Sound der Weltstadt trägt ein Stück von ihm – in jedem Museum am Sachsenhäuser Ufer, in jeder restaurierten Fassade am Römerberg. Frankfurt wird ihn nicht vergessen.






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