
Frankfurts Einwohnerzahl sinkt erstmals seit vier Jahren – auf 776.835 Menschen. Was hinter dem Rückgang steckt und wann die 800.000 doch noch kommen könnten.
Überraschende Nachrichten aus dem Römer: Frankfurt verliert Einwohner! Zum ersten Mal seit vier Jahren ist die Einwohnerzahl unserer Stadt wieder gesunken. Genau 776.835 Menschen waren am 30. Juni bei der Stadt gemeldet – das sind 4.502 Personen oder 0,6 Prozent weniger als noch zum Jahresende 2025. Damit liegt Frankfurt wieder ungefähr auf dem Niveau von Ende 2024. Kein Wachstum, sondern ein kleiner Schritt zurück. Was steckt dahinter?
Der Rückgang trifft vor allem Menschen ausländischer Staatsangehörigkeit: Ihre Zahl sank um 4.988 Personen. Die Zahl der deutschen Einwohnerinnen und Einwohner stieg dagegen leicht um 486. Der Ausländeranteil in Frankfurt fiel dadurch von 32,1 auf 31,6 Prozent. Das klingt erstmal dramatischer als es ist – denn ein Teil des Rückgangs hat einen ganz nüchternen Grund.
Das städtische Bürgeramt, Statistik und Wahlen nennt sogenannte melderechtliche Fortschreibungen als einen zentralen Faktor. Was bedeutet das konkret? Schon nach früheren Kommunalwahlen kam es regelmäßig zu Bereinigungen in der Einwohnerstatistik: Menschen, die offenbar weggezogen waren, ohne sich offiziell abzumelden, flogen aus der Statistik raus – weil ihre Wahlbenachrichtigungen nicht zugestellt werden konnten. Kurz gesagt: Wer nicht mehr erreichbar ist, wird irgendwann auch nicht mehr gezählt. Das erklärt einen Teil des Minus, aber eben nicht alles.
Vor der Corona-Krise sah die Welt für Frankfurt noch ganz anders aus. Die Stadt wuchs zeitweise um bis zu 15.000 Menschen pro Jahr. 2019 gingen Frankfurts Statistikfachleute noch davon aus, dass schon 2027 erstmals mehr als 800.000 Menschen hier leben könnten. Diese Prognose ist längst Makulatur – die 800.000 kommen nicht in diesem Jahr.
Und doch: Ganz abschreiben sollte man den Meilenstein nicht. Laut aktuellen Bevölkerungsprognosen gilt es als wahrscheinlich, dass die Marke in einigen Jahren geknackt wird. Frankfurts Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) zeigt sich dabei optimistisch: Er weist regelmäßig darauf hin, dass derzeit viele Menschen der Babyboomer-Generation in Rente gehen – aber aller Voraussicht nach in Frankfurt wohnen bleiben. Die dadurch frei werdenden Arbeitsplätze würden zu einem großen Teil von Zuziehenden besetzt werden. Das könnte das Wachstum mittelfristig wieder ankurbeln.
Gebaut wird weiterhin fleißig in Frankfurt. In Bockenheim etwa entstehen im Schönhofviertel noch Hunderte neue Wohnungen – ein Signal, dass die Stadt langfristig auf Zuzug setzt. Ob das reicht, um die Einwohnerzahl bald wieder nach oben zu treiben, wird sich zeigen. Der Sound der Weltstadt bleibt auf jeden Fall unverkennbar – egal ob 776.000 oder 800.000 Menschen hier zuhause sind.
Ein Rückgang um 0,6 Prozent ist kein Alarm – aber ein Signal, das man ernst nehmen sollte. Frankfurt bleibt eine der lebendigsten Städte Deutschlands, mit einem Arbeitsmarkt, der anzieht, und Stadtteilen, die weiter wachsen. Wir bleiben dran und halten euch auf dem Laufenden. Jetzt reinhören – auf Radio Frankfurt, das beste Programm im Main-Gebiet!






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