
In einem städtischen Kinderheim in Unterfranken wurden Kinder misshandelt. Frankfurt muss endlich eine wissenschaftliche Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels…
Es geht um Zustände, die vor 60 oder 70 Jahren in einem städtischen Kinderheim in Unterfranken herrschten – und die bis heute nicht vollständig aufgearbeitet sind. Junge Menschen wurden dort misshandelt, um ihre Jugend gebracht. Und Frankfurt? Die Stadt schaut nicht weg – aber sie tut auch nicht genug. Das muss sich jetzt ändern.
Dass Frankfurt der Selbsthilfegruppe der Betroffenen die Räume finanziert, ist ein Signal. Es zeigt: Die Stadt nimmt das Thema wahr. Aber es ist eben auch nicht mehr als ein Zeichen. Was fehlt, ist eine Aufarbeitung, die wirklich wissenschaftlichen Anforderungen genügt. Keine halbherzige Verwaltungsantwort, keine symbolischen Gesten – sondern echte Forschung, echte Ergebnisse, echte Anerkennung für die Betroffenen.
Klar ist: Die Voraussetzungen für eine historische Aufarbeitung sind alles andere als einfach. Offenbar wurde 1955 damit aufgehört, Akten zu führen. Warum genau das passierte, ist eine Frage, die die Stadt ebenfalls dringend beantworten sollte. Doch es gibt etwas, das für Historikerinnen und Historiker von großem Wert ist: die persönlichen Berichte der Betroffenen, die noch leben und bereit sind, zu reden – und auch Nachfragen zu beantworten. Das ist ein Ausgangspunkt, mit dem Forschung möglich ist.
Eine Stadtverwaltung ist mit einer solchen Aufgabe schlicht überfordert – und das ist keine Kritik, sondern eine Realität. Aufarbeitung von institutionellem Unrecht braucht Expertise, Distanz und wissenschaftliche Methodik. Frankfurt sollte sich externe Unterstützung holen. Und ja, das wird Geld kosten. Aber dieses Geld ist gut angelegt – denn die vielen Menschen, die in dieser Einrichtung ihre Kindheit und Jugend verloren haben, haben ein Recht auf Anerkennung ihres Leids.
Der Sound der Weltstadt ist einer von Offenheit, Mut und Verantwortung. Dazu gehört auch, unbequeme Wahrheiten nicht zu verdrängen. Die Betroffenen warten. Sie haben lange genug gewartet. Frankfurt muss jetzt handeln – mit echtem Engagement, echten Ressourcen und echtem Respekt gegenüber denen, die damals kein Gehör fanden. Das ist das Mindeste, was die Stadt tun kann.






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